A cider a day keeps the doctor away?

Ernährung

Äpfel nicht schälen

Aromatisch, knackig, saftig – Äpfel verführen zum spontanen Reinbeißen. Doch viele Genießer fragen sich: Sollen sie ihr Lieblingsobst vorher schälen oder nicht? Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) kennt die Antwort: Vorheriges Schälen ist nicht nur unnötig, sondern auch ausgesprochen schade, denn in der Schale stecken viele wertvolle Inhaltsstoffe. Quercetin etwa, ein wichtiger sekundärer Pflanzenstoff. Auch ein Drittel des für die Abwehrkräfte so wichtigen Vitamin C sowie 16 Prozent der Mineralstoffe sind dort lokalisiert. Außerdem enthält die Schale rund die Hälfte der kostbaren Antioxidantien, dazu ein Viertel der Polyphenole, denen eine Vielzahl positiver Wirkungen im Stoffwechsel zugeschrieben werden: Sie sollen positiv gegen Schlaganfall, Herzerkrankungen und Krebs wirken.
Unter ernährungsphysiologischen Aspekten ist es daher in jedem Fall empfehlenswert, Äpfel samt Schale zu essen. Die CMA weist aber darauf hin, dass es wichtig ist, die Äpfel vor dem Verzehr gründlich zu waschen und mit einem Tuch abzureiben.

Cider-Forschung
Serena Marks von der Universität Glasgow weiß, dass britische Äpfel einen hohen Anteil an Phenolen haben. Sie möchte allerdings auch wissen, ob diese Stoffe bei der Cider-Herstellung anschließend auch im Glas wiederzufinden sind. Spezielle Cider-Äpfel sind reichhaltiger an Phenole a la Dessert-Äpfel. Der Inhaltsstoff beeinflusst die Farbe und den Geschmack des Cider. Faktoren, die den Gehalt an Phenolen beeinflussen sind das Alter der Äpfel, Lichteinstrahlung, Herkunftsgebiet und Lagerbedingungen. Was als nächstes mit freiwilligen Probanten ausprobiert wird, sind Untersuchungen, wie der Mensch die Phenole aus dem Cider aufnehmen und verwerten kann. Serena Marks: „Je mehr Informationen wir über Phenole im Cider erhalten und sehen können, wie diese sich im Körper verhalten, desto mehr Chancen haben wir, den Phenolgehalt im Cider zu beeinflussen. Das könnte bedeuten, dass ein Glas Cider nicht nur ein vergnüglicher Genuss ist, sondern auch eine Möglichkeit bedeutet, den Gehalt an Phenole in der täglichen Diät zu erhöhen.“
Finanziert wird die Studie nicht nur durch die britische Cider-Industrie, sondern auch durch das Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC). Dessen Direktor Professor Nigel Brown kommentiert die Forschung: „Großbritannien ist ein großer Cider-Produzent und die Nachfrage danach steigt.“ Die Studie zeige, die Wissenschaft und Forschung zusammen arbeiten können und dabei den Verbrauchern eine tägliche Dosis Gesundheit anbieten.

2006 insgesamt weniger Äpfel
So niedrig wie in diesem Jahr, war die Apfelernte schon lange nicht mehr, prophezeite die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle ZMP. In den alten 15 EU-Ländern werden mit etwa 6,6 Millionen Tonnen Äpfel rund sieben Prozent weniger geerntet werden als im Vorjahr. Die neuen Länder ernten mit rund 3 Millionen Tonnen etwa zwei Prozent weniger als üblich. Ein Grund sind alternierende Bäume in diesem Jahr, die im Vorjahr sehr stark trugen und jetzt ein „Produktionstief“ haben, aber auch die frühe Blüte im April, der wechselhafte Wachstumsbedingungen folgten. Die Bäume, die erst im Mai blühten zeigen durch das warme und trockenere Wetter bessere Erträge. Die Ernteerfolg wird zudem durch die ausgedehnte Sommerhitze und durch Baumrodungen in einzelnen Ländern beeinflusst.
Bei den Äpfeln der EU-15 hält die Sorte Golden Delicious mit 30 Prozent immer noch den größten Anteil. Der zweite Gala kommt auf 12 Prozent, Jonagold und Jonared auf 11 Prozent, Red Delicious (9%), Elstar (5%), Granny Smith und Braeburn (jeweils 4%) folgen auf den Plätzen. Alle anderen kommen zusammen auf einen Marktanteil von 25 Prozent: Fuji, Pink Lady, Boskoop, Morgenduft, Idared, Cox Orange, Bramley und Kanada Renette.
Deutschland hingegen wird dem Trend entgegen etwa drei Prozent mehr Äpfel ernten. Aus den Hauptanbaugebieten kommen etwa 299.000 Tonnen aus dem Alten Land und 225.000 Tonnen vom Bodensee. In Sachsen werden mit 90.000 Tonnen etwa acht Prozent mehr Äpfel erwartet als im Vorjahr.

VLE

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