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Afrika: Arme Städter sind übergewichtig

Ernährung

Beim Übergewicht holen Entwicklungsländer auf

Übergewicht ist nicht nur ein Problem der Industrieländer. Bis 2025 sollen drei Viertel aller Übergewichtigen in den Entwicklungsländern leben. Eine Studie im aktuellen Heft der Zeitschrift BioMed Central zeigt anhand afrikanischer Städter, warum das so ist. Abdhalah Ziraba hat mit einem Team des Health Research Center in Nairobi zwischen 1990 und 2000 den Biomasseindex in sieben afrikanischen Ländern gemessen. Danach steigt die Zahl der übergewichtigen Afrikaner bei den städtischen Armen an.
In den 1950er Jahren lebten nur 15 Prozent der Afrikaner in Städten, um das Jahr 2030 werden es mehr als die Hälfte sein. Das schnelle Städtewachstum zieht immer mehr Arme an, die nur noch Arbeiten ausführen, die weniger anstrengend als auf dem Land sind und zu wenig Geld für eine ausgewogene Ernährung haben. Laut Studie haben die städtischen Armen leichteren Zugang zu preiswertem Essen, das zu viel Fett und Zucker enthält. Die neuen Migranten hätten weder finanzielle Mittel noch das Wissen, sich gesund zu ernähren. Während der Studie ist der Anteil an übergewichtige Menschen in Afrika um 35 Prozent angestiegen – überproportional bei den neuen und armen Stadtbewohnern. Studienautor Ziraba fürchtet, dass mit zunehmender Verstädterung auch dieses Problem größer wird. Die Auswirkungen auf die unterfinanzierten und nur mit geringen Sachmitteln ausgestatteten afrikanischen Gesundheitssysteme bezeichnet Ziraba als „düster“.

Lesestoff:
Overweight and obesity in urban Africa: A problem of the rich or the poor?
Abdhalah K Ziraba, Jean C Fotso and Rhoune Ochako
BMC Public Health (in press)

roRo

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