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Aktionstage „Armgespeist“

Ernährung

„Zwanzig Jahre Tafeln sind genug“

Anlässlich der Überprüfung der Menschenrechtslage in Deutschland am 25. April in Genf erinnert die Menschenrechtsorganisation FIAN an das Jubiläum 20 Jahre Tafeln in Deutschland. In der Zeit zwischen dem 26. und 28. April finden in Berlin Aktionstage statt, die gegen die Schieflage stattfinden, dass immer mehr Menschen auf die Tafeln angewiesen sind.

Aus Sicht eines breiten Bündnisses von Menschenrechts, Kirchen und Arbeitslosenorganisationen habe sich die Bundesregierung an die „Vertafelung“ der Menschen gewöhnt. Was als Nothilfe gegründet wurde, versorgt mittlerweile regelmäßig 1,5 Millionen Rentner, Erwerbslose, Geringverdiener und deren Kinder zur Sicherung ihres soziokulturellen Existenzminimums. Der ständige Ausbau der Tafeln habe die Balance zwischen staatlicher Wohlfahrt und privater Wohltätigkeit gestört. Der Staat lobe verstärkt das Ehrenamt und ersetzt damit seine Sozialpolitik.

Bernhard Jirku von der Gewerkschaft ver.di: „Zur Besorgung der Armenspeisung mit Produkten und ihrer Verteilung eröffnet das „Tafelwesen“ einen weiteren, sehr prekären Arbeitsmarkt, dessen Beschäftigungsbedingungen sich weit unterhalb gewerkschaftlicher und tariflicher Vorstellungen befinden: selten gibt es existenzsichernde, reguläre Beschäftigungsverhältnisse, noch seltener sind sie tariflich entlohnt.“

Das Bündnis fordert, dass sich der Staat nicht weiter aus der Sozialpolitik zurückzieht und beispielsweise die Harzt IV-Sätze an der Lebenswelt der Betroffene orientiert.

„Wir erwarten von der Bundesregierung vor dem UN-Menschenrechtsrat eine Klarstellung, dass sich die Tafeln nicht zu einem Parallelsystem der Existenzsicherung in Deutschland entwickeln dürfen. Vielmehr sollte die Bundesregierung ankündigen, dass sie die Ursachen für die steigende Zahl der Tafelnutzer kritisch untersucht und die notwendigen sozial-politische Konsequenzen zieht“, so Ute Hausmann, Geschäftsführerin von FIAN Deutschland.

Lesestoff:

www.aktionsbuendnis20.de

Herd-und-Hof.de hatte die Geschäftsstelle der „Tafeln“ in Berlin kurz nach ihrem Einzug besucht

Roland Krieg

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