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Alternativen für den Grill

Ernährung

Heißes Gemüse und Pute

>Ein gedeckter Tisch mit Tischdecke, verschiedene Schüssel und Besteck: Der Sommer lädt ein, die Tischsitten einmal auszulassen und den Mann an das offene Feuer zu stellen. Ursprünglich, spontan und ein Hauch von Abenteuer. Der Duft von Holzkohle und Grillfleisch zieht wieder durch Gärten und Parks: Grillsaison.

Tipps für gesundes Grillen
Damit der Genuss von Gegrilltem nicht der Gesundheit schadet hält die Berliner Verbraucher Initiative einige Tipps parat. "Tropft Fett oder Fleischsaft in die Glut von Holzkohlegrills, entstehen polyzyklische, also ringförmige, aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese so genannten PAK sind stark krebserregend", erläutert Laura Groche, Ernährungsreferentin der Verbraucherorganisation.
Mit dem Rauch werden die giftigen Stoffe von den Umstehenden eingeatmet und schlagen sich auf dem Gegrillten wieder. Mit einigen Tricks können Sie das Risiko für die Gesundheit vermeiden:
- Leicht durchwachsene Fleischstücke verbrennen auf dem Grill nicht so viel Fett
- Wiederverwendbare Aluminiumschalen für den Grill verhindern das Heruntertropfen des Fleischsaftes
- Fleisch nicht mit Bier oder Öl bestreichen
- Angebrannte Fleischränder abschneiden
- Grillzangen statt Gabeln; Gabeln durchstechen das Fleisch und lassen den Saft in die Glut tropfen
- Pökelware wie Kasseler, Schinken, oder Wiener Würstchen gehören nicht auf den Grill. Durch die Hitze entstehen aus den Nitritpökelsalzen krebserregende Nitrosamine

Als Alternative oder Ergänzung lohnt sich das Experiment mit "Heißem Gemüse". Ein bunter Salat mit Paprika, Mohrrüben und Tomaten enthält Vitamine, welche die Wirkung der PAK einschränken können: "Er macht außerdem kalorienarm satt und ist daher eine hervorragende Ergänzung zum Fleisch", empfiehlt Groche. Gemüse wie Zucchini, Auberginen, Champions, Kartoffeln, Paprika oder kleine Tomaten eignen sich sehr gut zum Grillen. Daraus kann auch ein bunter Gemüsespieß gebastelt werden. Als Nachtisch gibt es einmal gegrillte Äpfel, Birnen oder Bananen.

Die "richtige" Pute
Putenfleisch wird immer beliebter. Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) ermittelt mittlerweile rund 6,5 Kilogramm Putenfleisch pro Kopf und Jahr. Aber nur die Putenindustrie verkauft ihr Putenfleisch als gut.
Die Tierschutzorganisation "Provieh" weist darauf hin, dass etwa 30 Prozent der Putenbrüste Fleischfehler haben. Das Fleisch wird als PSE (hell, weich und feucht) oder DFD (trocken, fest und dunkel) eingestuft. Sandra Gulla, Vorsitzende von Provieh: "Das sind die Folgen einer intensiven Zucht auf Fleischfülle." Um den Verkaufspreis von 4,50 Euro wieder einzuspielen, müssen die Tiere so schnell als möglich Fleisch ansetzen. Bei der Intensivmast kommt das Knochenwachstum dabei gar nicht mit. Das Skelett trägt den eigenen Körper nicht mehr und die Tiere leiden an verbogenen Beinen.
Die Tiermediziner kennen zwei Krankheiten: Gelenke und Sehnenscheiden sind bei der Tibialen Dyschondroplasie (TD) und die Fußballen bei der Pododermatitis in Mitleidenschaft gezogen. Die Institute für Geflügelkrankheiten, Veterinär-Pathologie und für Tierernährung der FU Berlin haben das "Beinschwächesyndrom" bei verschiedenen verwendeten Putenlinien untersucht: Alle Linien zeigen die TD in subklinischer Ausprägung bei 42,6 Prozent aller Tiere. Alle Linien waren gleichermaßen betroffen. Pododermatitis kam bei allen Linien zu 90 bis 100 Prozent vor. Die Veterinäre hatten das Ergebnis Anfang April auf einem Tierschutzkongress vorgestellt.
Ökologisch gehaltene Puten sind noch recht selten. Eine Haltungsverordnung für Puten gibt es nicht - da empfiehlt es sich beim Biofleischer nachzufragen.

roRo

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