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Aspartam in der EFSA-Bewertung

Ernährung

Öffentliche Konsultation für Aspartam

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat eine öffentliche Konsultation zu Aspartam gestartet, die bis zum 15. Februar offen ist.
Vor rund 50 Jahren hat der Chemiker James Schlatter Aspartam entdeckt. Der Stoff traf auf Bedenken, weil nicht ausgeräumt werden konnte, dass der Süßstoff unbedenklich ist. Erst 1980 hat die Food and Drug Administration (FDA) belegt, dass Aspartam keinen Gehirntumor auslösen kann. Ein Jahr später erhielt die Firma Searle & Company die Zulassung für den Süßstoff, der bei wenigen Kalorien etwa 200 Mal süßer als Kristallzucker ist. Bis heute ist Aspartam auch in der EU für das Süßen von Lebensmitteln und Fruchtsaftgetränken erlaubt und wird mit der E-Nummer 951 in der Zutatenliste aufgeführt. Der Vorläufer zur 2002 gegründeten EFSA, das Europäische Wissenschafts-Komitee für Nahrungsmittel, hat seit 1984 mehrere Überprüfungen zu Aspartam durchgeführt und als für sicher bewertet. Die EFSA führt derzeit Überprüfungen der Süßstoffe durch und hat sich nun Aspartam vorgenommen und dazu eine öffentliche Konsultation einberufen.

Umstrittener Süßstoff

Aspartam ist chemisch ein Dipeptidester und nach Auslaufen des Patents weltweit in mehr als 9.000 Produkten enthalten. Bei nur vier Kilokalorien je Gramm gilt Aspartam als geeignet für Diabetiker und hat gegenüber anderen Süßstoffen wie Saccharin und Cyclamat den Vorteil, nicht nach künstlicher Süße zu schmecken.
Kritiker allerdings bemängeln, dass das Dipeptid vom Körper in seine Einzelbestandteile Phenylalanin, Asparaginsäure und Methanol aufgespalten wird und letzteres sowie dessen Oxidationsprodukt Formaldehyd für den Körper giftig ist. Allerdings enthält auch eine Banane die gleiche Menge an Methanol. Tomatensaft sogar fünfmal mehr als Aspartam.
Aspartam soll verschiedene Krankheiten wie Alzheimer, Multiple Sklerose und Hyperaktivität bei Kindern auslösen, was bei Befürworten lediglich in der Rubrik „Mythen“ aufgeführt wird. Sie beziehen sich weiterhin auf die Sicherheitsbewertungen der amerikanischen FDA, die verschiedene Vorwürfe in der Zwischenzeit überprüft hat und Aspartam für sicher hält. Auch in der gemeinsamen Liste des FAO und WHO-Komitees für Lebensmittelzusätze bleibt Aspartam aufgeführt.

Lesestoff:

Zur öffentlichen Konsultation: www.efsa.europa.eu/en/topics/topic/aspartame.htm

Roland Krieg

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