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Avocado-Boom ungebrochen

Ernährung

Avocado-Konsum in Europa auf Rekordniveau

World Avocado Organization

Sie gilt als „Filetstück“ unter den Früchten. Die grüne Außenhaut wirkt ledern, das gelbgrünliche Fruchtfleisch schmeckt ausgezeichnet und ein harter Kern in Tropfenform verbirgt sich im Inneren. Die botanische definierte Beere war lange Zeit in Deutschland unbekannt. Über die vegetarische Küche hat die Avocado Einzug in die deutschen Haushalte gefeiert und ist heue kaum noch als Salat-Zutat, als Guacamole oder Brotaufstrich wegzudenken. Die meisten Früchte kommen aus Südamerika und Südafrika. In den letzten zehn Jahren stieg der Avocado-Import in Deutschland von 20.000 auf 71.000 Tonnen.

Avocados kommen vermehrt aus Spanien. Das Land ist jüngstes Mitglied der World Avocado Organization (WAO) geworden, die Ende Oktober auf ihrer Hauptversammlung über den ungebremsten Konsum in Europa berichten konnte. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Verbrauch um 35 Prozent. Die Avocado gilt als „Superfood“, ist nährstoffreich und leicht zuzubereiten. In diesem Jahr wird Europa nach Schätzung von WAO-Geschäftsführer Xavier Equihua 650 Millionen Tonnen Avocado importieren.

Dieser Erfolg wird durch die Listung bei Edeka, Lidl Frankreich, Tesco in Großbritannien und bei Eroski in Spanien getragen. Zudem ist die WAO in diesem Jahr Kooperationen mit den Restaurantketten Vapiano in Deutschland und mit Zizzi in Großbritannien eingegangen.

Selbst große Kritiken haben dem Siegeszug der Frucht keinen Abbruch getan. Vor einem Jahr erreichte die „Avocado-Hand“ die deutschen Schlagzeilen. Weil bei steigendem Verzehr die Häufigkeit der Schnittverletzungen an der Hand zunimmt, weil das Messer am harten Kern abrutscht, haben britische Ärzte das typische Verletzungsbild als Avocado-Hand bezeichnet. Mittlerweile gibt es Filme auf You Tube, die das richtige Aufschneiden zeigen.

Die Frucht belastet durch den steigenden Anbau den ökologischen Fußabdruck der Erzeugerländer. Für ein Kilo Avocado, was der Menge von rund zweieinhalb Früchten entspricht, müssen 1.000 Liter Wasser aufgewandt werden. Ein Kilo Toamten kommt im Vergleich dazu mit 200 Liter Wasser aus. Das macht auch bei Bio-Avocados nicht Halt und in einzelnen Anbauregionen sorgt die Exportfrucht schon für Wassermangel.

Doch die Avocado dient nicht nur den europäischen Mägen. Die Frucht wird auch als Haarpackung und für Schönheitsmasken eingesetzt. Damit den Bundesbürgern die Liebe zur Avocado nicht verloren geht, arbeitet die WAO derzeit an einem deutschen Internetauftritt. Auf http://www.avocadofruitoflife.com/de/ wird fleißig an den Inhalten gebastelt.

Roland Krieg; Foto: WAO

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