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BfR warnt vor Mischung Energydrinks und Alkohol

Ernährung

Neue Humandaten zur Bewertung von Energydrinks

Eine 19jährige Frau trank sechs „Red Bull“ mit Wodka, aß und trank ab 19:00 Uhr nichts mehr, die Freunde verabschiedeten sich gegen drei Uhr morgens von der nicht betrunkenen Frau. Am nächsten Morgen wurde sie tot aufgefunden. Befund: hämorrhagisches Lungenödem ohne Medikamenten- und Drogenbefund. Im Blut waren 0,87 Promille Ethanol.
Ein 31jähriger aktiver Fußballschiedsrichter hatte vor einem 3.000-Meter Wettkampf drei Dosen „Red Bull“ getrunken, suchte nach einer Woche mit Appetitlosigkeit und schlechtem Allgemeinzustand die Ambulanz auf. Die Ärzte fanden eine Rhabdomyolyse (Muskelzerfall) und ein akutes Nierenversagen vor, das möglicherweise durch Taurin verursacht wurde.

Risikogruppen sollen auf Energydrinks verzichten
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer aktualisierten Stellungnahme geraten, dass Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen auf Energydrinks verzichten sollten. Fünf Studienfälle, die einen Zusammenhang zwischen Energydrinks und Todesfällen, sowie ausgiebiger sportlicher Betätigung sehen, veranlassen die Wissenschaftler zu dieser Warnung. Als beachtenswert findet es das BfR, dass Probanden ihre nachlassende Reaktionsfähigkeit durch Alkoholkonsum unter Einfluss von Energiedrinks nicht mehr realistisch wahrnehmen. Messungen ergaben, dass Energydrinks durch Alkohol bedingte motorische und visuelle Fähigkeiten nicht kompensieren können.
Energydrinks beinhalten Taurin, Inosit und Glucuronolacton oft in hohen Dosen. Wissenschaftlich kausal gibt es keine Beweise für die Zusammenhänge zwischen Getränk und Krankheit sowie Todesfälle. Europaweit ziehen die Experten aber in Betracht, dass sich die Inhaltsstoffe in ihrer toxikologischen Wirkung gegenseitig verstärken.

Klärungsbedarf
Informationen, dass unerwünschte Wirkungen zwischen dem Genuss von Energydrinks in Verbindung mit ausgiebiger sportlicher Betätigung oder Alkoholgenuss eintreten können und die oben genannten Risikogruppen keine Energydrinks zu sich nehmen sollen, empfehlen Finnland und Kanada bereits offen. Frankreich hat die Inhaltsstoffe beschränkt, Dänemark und Norwegen haben die Getränke verboten, oder sprechen gerade eine Empfehlung aus.
Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet aktuell die Energiedrinks neu. Das BfR empfiehlt dabei eine einheitliche Lösung für ganz Europa.

Energy vs. Energie
Das BfR weist ausdrücklich auf die Verwechslungsgefahr zwischen Energydrinks und „Sportler- und Energiegetränken“ hin, die kalorische Energie für den Sport liefern. „Die Gefahr der Missdeutung des Begriffs „Energydrink“ zeigt sich auch in der Kategorisierung im Rahmen der KiGGS-Verzehrsstudie zur Kinder- und Jugendgesundheit, in der unter dem Begriff „Energydrinks“ „Sportler- und Energiegetränke“ zusammengefasst wurden.“

Lesestoff:
Die aktuelle Bewertung wurde am Mittwoch veröffentlicht: www.bfr.bund.de

roRo

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