Bio-Tofu im Test
Ernährung
Wenig Geschmack, aber gute Noten
Für die aktuelle Ausgabe der Stiftung Warentest im Oktober haben die Prüfer 15 Sorten Bio-Tofu überprüft. Darunter waren Naturtofu, Räuchertofu und Seidentofu.
Schnittfester Naturtofu ist hellsand- bis cremefarben. Er hat eine leicht flockige Struktur, ist leicht kompakt und feucht. Im Schnitt sind 75 Prozent Wasser enthalten. Naturtofu schmeckt typisch nach Sojabohne, ist – je nach Produkt – im Mund weich, leicht bissfest, leicht wässrig, leicht trocken, etwas krümelig. Naturtofu lässt sich prima marinieren und dann braten, grillen oder in der Suppe erhitzen. Er kann auch einfach schnell mit etwas Salz und Pfeffer oder Sojasoße in der Pfanne angebraten werden.
Für den Räuchertofu ist ein dünner, brauner Räucherrand typisch. Weil der Tofu beim Räuchern Wasser verliert, besteht er im Mittel nur zu 66 Prozent daraus – und ist darum kompakter als die Natur-Variante. Er ist nur leicht feucht, schnitt- und bissfest, elastisch. Gute Ware riecht und schmeckt nach Rauch und hat einen leicht bis deutlich bohnigen Charakter. Zugesetztes Salz macht geräucherten Tofu leicht salzig. Scheiben von Räuchertofu schmecken roh als Brotbelag. Gebraten, gegrillt oder erwärmt macht er zum Beispiel Nudel-, Reis- und Gemüsegerichte deftig.
Der Seidentofu ist eine cremefarbene weiche Masse und noch schnittfest. Sie erinnert an einen glatten Pudding. Wie dieser lässt sich Seidentofu auch stürzen. Er riecht und schmeckt mild und nicht bohnig. Im Mund fühlt er sich leicht cremig an. Der Wassergehalt der beiden Seidentofu-Produkte im Test beträgt etwa 90 Prozent. Seidentofu lässt sich prima als Dessert genießen – zum Beispiel direkt auf einen Teller gestürzt mit Beeren, aber auch mit Fruchtpüree vermischt. Diese Tofusorte eignet sich auch gut zum Backen, etwa als Alternative zu Quark für veganen Kuchen. Seidentofu schmeckt auch herzhaft – zum Beispiel mit Kräutern zu Dipps verarbeitet.
Tofu selbst hat so gut wie keinen Eigengeschmack, nimmt aber daher Aromen aus den Gerichten an. Nur zwei Tofuprodukte fielen durch. Das eine war mit krebserregendem Schimmelpilz, dass andere mit zu vielen Keimen belastet. Pflanzenschutzmittel waren kein Problem, nur eine Sorte hat kleinste Spuren von gentechnisch veränderten Sojabohnen, was auf eine Verunreinigung in der Wertschöpfungskette hinweist.
Die Preisspanne ist groß und reicht von 0,45 bis zu 1,15 Euro je 100 Gramm. Vereinzelt traten Geschmacksfehler wie „bitter“ und „trocken“ auf, viermal vergaben die Tester aber die Note „Sehr gut“.
Tofu wird aus getrockneten Sojabohnen hergestellt und nach asiatischer Tradition mit Wasser erhitzt und püriert. Die Hersteller entfernen die Fasern, fällen das Bohneneiweiß durch die Zugabe von Magnesiumchlorid oder Kaliumsulfat. Danach wird das Eiweiß gepresst. Vegetarier und Veganer nutzen Tofu als wichtige Eisenquelle. Alle geprüften Tofu-Artikel tragen das EU-Biosiegel, das die Herkunft aus dem Donauraum, oft Deutschland und Österreich bescheinigt.
Lesestoff:
Die Ausgabe „Test“ 10/2021 ist ab sofort im Handel
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