Menü

Brot und Spiele: Afrikanische Küche

Ernährung

WM-Food aus aller Welt – Teil II

Brötchen, Bliny, Bagel oder Fußballkünste – zum Auftakt der WM gibt es die vierteilige Reise „WM Food aus aller Welt“ des aid infodienst mit Tipps des Reformhauses für die „Sofatribüne“.

Genüsse aus Afrika
Heute widmet sich der zweite Teil der afrikanischen Küche, denn die Afrikaner haben mit Sicherheit einige Überraschungen im WM-Gepäck. Mit der Elfenbeinküste, Togo und Tunesien gehen im Juni drei französisch geprägte Nationen an den WM-Start. Damit Sie sich auf das Ereignis auch kulinarisch einstimmen können, gibt es ein paar heiße Tipps aus der afrikanischen Küche.
Die meisten denken bei Tunesien sicherlich zuerst an Couscous, den auch mittlerweile hierzulande beliebten Weizen- oder Hirsegrieß. Couscous stammt in der Tat aus Tunesien und ist bei den Arabern Nordafrikas fast so etwas wie das Nationalgericht. Statt Brot wird dieser Grieß mit Lammfleisch, Eiern oder auch Süßem wie Datteln verzehrt. Aber die tunesische Küche hat noch weitaus mehr zu bieten. Geschmackserlebnisse von würzig-scharf bis extrem süß warten auf Sie. Wie wäre es zum Beispiel mit „léblébi“, gekochten Kichererbsen mit Zitrone und Kümmel, scharf gewürzt und zu einer Suppe gekocht? Dazu passt sehr gut „cassecroute“, ein aufgeschnittenes, mit Harissa, einer Gewürzpaste aus zerstoßenen Chilischoten, Olivenöl und Knoblauch, bestrichenes Weißbrot. Das wird dann mit Oliven, Thunfisch und Gemüse garniert. Besonders köstlich und schnell zubereitet ist „bric á l´oeuf“, eine Vorspeise aus mit Ei, Hackfleisch, Thunfisch oder Meeresfrüchten gefülltem Blätterteig. Zum Nachtisch eignet sich sehr gut die süße „baklaoua“, ein Blätterteiggebäck mit Mandeln.
Etwas exotischer wird es beim Blick in die Kochtöpfe Togos und der Elfenbeinküste. Typische Gerichte wie „foutou“, eine Teigkugel aus gekochten Yamswurzeln oder Maniok mit Kochbananen, dürften auf Grund der Zutaten genauso schwierig nachzukochen sein wie togolesische „koliko“. Das sind frittierte Yamsstücke mit scharfer Sauce. Probieren Sie stattdessen doch einmal die pikante Hühnchenpfanne nach Ivorischer Art. An der „Cote d´Ivoire“ wird im Besonderen „attiéke“, ein etwas säuerlicher Maniok-Grieß, als Beilage dazu gereicht. Für die bekannte „kedjenou“-Pfanne mit gedünstetem Huhn, Zwiebeln und Tomaten eignet sich aber genauso gut Polenta, eine auch hierzulande bekannte Variante des Mais-Grieß, die übrigens in ganz Westafrika verbreitet ist. Neben dem einfachen Mais-Grieß gibt es auch bei uns vorgegarte Polenta-Grieß und Couscous zu kaufen. Die Zubereitungszeit ist erheblich verkürzt und daher auch WM-tauglich.

Angola und Ghana
Am 11. Juni spielen die Angolaner in Köln gegen Portugal und einen Tag später die Ghanesen in Hannover gegen Italien. Zwei Tage für tolle Anregungen und ein reichhaltiges Büfett.
Gerichte auf Maniokbasis, Yams und Kochbanane sind auch bei den beiden Ländern weit verbreitet. Da Angola bis 1975 portugiesische Kolonie war, erinnern einige Gerichte an die portugiesische und brasilianische Küche. Insbesondere finden sich viele Abwandlungen des portugiesischen Nationalgerichts „bacalhau“, Stockfisch, in der Küche Angolas. Zu „funge“, der angolanischen Maismehl-Variante der Polenta, wird beispielsweise sehr gerne “calulu“, ein salzgetrockneter Fisch gereicht. Dazu isst man helle Bohnen, die mit Palmöl angerichtet sind. Für das Spiel Angola gegen Portugal wäre gesalzener Kabeljau vom Grill mit weißem Bohnensalat daher ein ideales Entrée.
Mit „fufu“, dem ghanesischen Nationalgericht geht es dann am nächsten Tag weiter: Die Gnocchi-ähnliche Masse aus Kassava wie der Maniok auch heißt, oder Yams mit Kochbanane lässt sich auch wunderbar mit Maisgrieß zu schmackhaften Klößen formen. Eine scharfe Erdnusssoße ist der landestypische Dip, mit dem Sie auch ihren Gästen schön einheizen können. Wenn Sie in den Genuss exotischer Kochbananen kommen, die es zum Beispiel in speziellen Welt-Läden zu kaufen gibt, sind die scharfen „kelle-welle“ (Kochbananen mit Erdnüsse) für das WM-Büfett besonders empfehlenswert. Sie sind auch in anderen afrikanischen Ländern, wie dem Kongo, sehr beliebt und sehr einfach zuzubereiten. Die reifen Kochbananen werden geschält, in Stücke geschnitten, in Palmöl frittiert und mit Cayenne-Pfeffer sowie Salz und Ingwer gewürzt.
Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen sowie kleinere Snacks wie „red-red“, das aus roten Bohnen und gebratenen Kochbananen hergestellt wird, sind eine ideale Ergänzung für die zweite Halbzeit.

Wer das Glück hat in großen Städten zu wohnen, der kann ja einmal nachschauen, welche Restaurants die jeweilige Landesküche anbieten und gleich „vor Ort“ genießen.

Ira Schneider vom aid infodienst; roRo

Zurück