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Brot und Spiele: Lateinamerikanische Küche

Ernährung

WM-Food aus aller Welt – Teil IV

Brötchen, Bliny, Bagel oder Fußballkünste – zum Auftakt der WM gibt es die vierteilige Reise „WM Food aus aller Welt“ des aid infodienst mit Tipps.

Genüsse aus Südamerika
Mit Ecuador und Costa Rica hat die deutsche Nationalmannschaft bereits ihre Turniererfahrungen gemacht. Das ist möglicherweise noch nicht alles, was aus Südamerika auf uns zu kommt.
Bananen und Kaffee aus Costa Rica oder Kakao aus der fruchtbaren Andenregion Ecuadors hat jeder schon einmal genossen. Doch die spanisch geprägten „WM-Republiken“ haben – auch für deutsche Gaumen – noch einiges mehr zu bieten: Im Andenhochland Ecuadors sowie in ganz Mittel- und Südamerika ist die Chili beispielsweise weit verbreitet. Damit das Fußballspiel die nötige Würze bekommt, empfehlen wir Ihnen daher sowohl zur ersten als auch zur dritten WM-Begegnung der Deutschen eine typische Chili-Sauce („aji“) oder eine herzhafte Suppe. Bis heute ist die Suppe ein der häufigsten Gerichte in Ecuador und auch in Costa Rica ist eine „Olla de carne“, eine kräftige Brühe aus Fleischstückchen, Hühnchen, ganzen Kartoffeln, Mohrrüben, Maiskolben, Yucca, Kochbanane, Chayote und weiteren Tropengemüsen sehr beliebt. Dies hat besonders in der Andenregion einen historischen Hintergrund, denn vor dem Einzug der Spanier ins Land waren den „indigenas“, also den Ureinwohnern, Backöfen unbekannt. Die Speisen wurden gekocht du vor allem die Suppenkultur wird bis heute aufrecht gehalten. Spricht man von „sopa“ oder „caldo“ bekommt man in Ecuador eine eher dünne Flüssigkeit mit kleinen Fleischstückchen serviert. Bei „locro“ handelt es sich dagegen um eine dicke, cremige Kartoffelsuppe. Besonders köstlich soll die reichhaltige „fanesca“ sein, die nu in der Karwoche „Semana santa“ zubereitet wird. Grundlage sind „Granos“ (Hülsenfrüchte), Milch, Weißkohl, Kürbis, Reis und Kabeljau. Typisch für alle Regionen Ecuadors ist, dass das Essen nicht zu scharf gewürzt wird, denn zu allen Gerichten wird Chili-Sauce in einem Schälchen serviert. Als Grundlage für den „aji“ kann die Baumtomate verwendet werden oder aber nur Chili mit Wasser verdünnt und Zwiebeln.
Auch bei uns lieben viele die scharfe Paprikafrucht zum Würzen der Speisen oder als Zutat von scharfen Saucen und Dips. Deshalb gilt auch hier das Motto „Probieren und Saucen studieren“, den schließlich warteten n am 20. Juni auch noch die Paraguayer als Gegner von Trinidad und Tobago mit einem Maissoufflé auf die WM-Fans.

1958. 1962, 1970, 1994, 2002
Die Zahlenreihe verrät jedem eingefleischtem Fußballfan, das es sich hier um Brasilien handelt – mit fünf Weltmeistertiteln der „ewige Champion“, der uns mit Ronaldinho die Lust am Fußball zeigen wird.
Brasilien ist das einzige portugiesisch sprechende Land in „América do Sul“. Bei einem Blick auf die Kultur des bevölkerungsreichsten und größten Landes Südamerikas stößt man neben britischen Einflüssen wie Fußball auch auf portugiesische, afrikanische und asiatische Wurzeln. Besonders die einzelnen Landesküchen sind durch die zahlreichen Einwanderer beeinflusst. So ist der Norden des Landes stark von der indianischen und indischen Küche geprägt, der Nordosten von afrikanischen, kreolischen sowie von bahianischen Gerichten. Im Mittelwesten schmecken „Mojica“, würzige Filets vom Pintando-Fisch, und im Südosten „Cuzcuz“ – ein süßer Pudding mit Maismehl – oder Bohnengerichte. Die Handschrift der Europäer ist im Süden des Landes unverkennbar, den hier findet man ohne weiteres auch Gerichte aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich oder Italien. Wenn sie zur WM etwas typisch brasilianisches – außer Caipirinha oder dem Zuckerrohrschnaps Cachaca – genießen wollen, dann gilt der „Churrasco“ als besonders empfehlenswert. Er stammt von den Gaúchos aus dem Süden und besteht aus unterschiedlichen Fleischspießen, die über dem Holzkohlengrill zubereitet werden. Wer es noch ein wenig rustikaler mag, der kann sich am Nationalgericht der Brasilianer, einer „Feijoda“ versuchen. Der Bohneneintopf kommt aus der Küche der afrikanischen Sklaven und war eigentlich mal ein „Arme-Leute-Essen“ aus schwarzen Bohnen, luftgetrocknetem Rindfleisch, Räucherwürstchen, Zunge, Schweineohren- und –schwänzen, Knoblauch und Pfefferschoten. Ohne schlechtes Gewissen können Sie je nach Geschmack auch die eine oder andere Zutat einfach weglassen oder austauschen.
Wer das Glück hat in großen Städten zu wohnen, der kann ja einmal nachschauen, welche Restaurants die jeweilige Landesküche anbieten und gleich „vor Ort“ genießen.

Weltmeister Schweinefleisch
Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) sieht durch die WM einen sehr festen Markt für Schlachtschweine. Zum Start der Weltmeisterschaft kosteten Schlachtschweine der Handelsklasse E fast 1,60 Euro und liegen damit neun Prozent über dem Vorjahresniveau. Seit Pfingsten reicht das Angebot nur knapp aus, um die nachfrage der Schlachtunternehmen zu decken. Schinken war teilweise ausverkauft. Zuletzt war das Preisniveau im September 2004 so hoch. Für die Bauern kann die WM bereits in die Verlängerung gehen.

Ira Schneider vom aid infodienst; roRo

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