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Clostridium esthertheticum

Ernährung

Wieder Gammelfleisch in Deutschland?

Nach Recherchen des SWR-Wissenschaftsmagazins „Odysso“ ist verdorbenes Rindfleisch in den Handel gelangt. Den Verderb hat der Keim Clostridium esthertheticum herbeigeführt.
Begünstigt wird die Ausbreitung des Keims durch die Lagerung in Vakuumbeuteln, also ohne Sauerstoff bei Kühlschranktemperaturen, so das Magazin in seiner Donnerstagsausgabe. Die Bakterien zersetzen das Fleisch, das daraufhin schleimig wird und einen extremen Geruch entwickele. Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel geht von Umverpackung und Umetikettierung aus.

Gesundheitliches Risiko unwahrscheinlich
Clostridium estertheticum ist ein psychrophiles Bakterium, ein Bakterium, das die Kälte liebt. Die Bakterien kommen ubiquitär, also überall, vor und infizieren den Schlachtkörper vor allem beim Ausweiden sowie beim Enthäuten der Tiere. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilte noch am späten Abend mit, dass diese Keime in den Ställen, in Kotproben und auf dem Fell der Schlachttiere gefunden werden.
In den vergangenen 20 Jahren sind mehr als 10 neuartige psychrophile Clostriden identifiziert worden. Sichtbar ist der Befall durch eine aufgeblähte Packung, da beim Wachstum der Bakterien Gas entsteht. Forschungen haben ergeben, dass selbst bei Temperaturen von – 1,5 Grad Celsius die Gasbildung nach etwa 52 Tagen einsetzt, obwohl auf einem 100 Quadratzentimeter großen Fleischstück nicht mehr als zehn Keime vorhanden waren.
In der Fachliteratur sind keine Erkrankungen des Menschen aufgelistet, weswegen das BfR nur eine vorläufige gesundheitliche Risikobewertung abgeben kann. Danach ist das Fleisch nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet, „eine mögliche Gesundheitsgefahr für Verbraucher ... aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aber unwahrscheinlich.“

roRo

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