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Das Gedächtnis fettreicher Ernährung

Ernährung

Fettreiche Kost verändert Immunsystem

Eine typisch westliche Ernährungsweise kann niederschwellige Entzündungsreaktionen auslösen. Zudem beeinflusst sie langfristig das angeborene Immunsystem, wie ein Forscherteam der Universität Bonn am Mausmodell zeigen konnte. Die Forscher wiesen bei den Versuchstieren, die vier Wochen lang eine fett- und kalorienreiche Diät erhielten, eine deutliche Entzündungsreaktion nach. Auch aus dem Knochenmark isolierte Vorläufer von Immunzellen zeigten aufgrund dieser Kost eine vermehrte Aktivierung der Gene für Zellreifung und -vermehrung. Dadurch kommt es zu einer schnelleren Bereitstellung von Immunzellen bei Entzündungsreaktionen. Nachdem die Mäuse anschließend vier Wochen eine getreidebasierte Diät erhielten, ging die akute Entzündung zurück. Die Vorläufer-Immunzellen waren jedoch weiterhin verändert und die durch die fettreiche Kost angeschalteten Gene noch aktiv. Die Ernährungsweise wird folglich im Gedächtnis des angeborenen Immunsystems gespeichert, wodurch es bei einem erneuten Kontakt schneller reagieren kann. Die Forscher schlussfolgern, dass die ungünstigen westlichen Essgewohnheiten den Körper in eine Art Alarmzustand versetzen und das Immunsystem künftig auch auf kleine Reize mit einer stärkeren Entzündung reagiert. Diese fördere direkt die Entstehung von Arteriosklerose und Diabetes.

Lesestoff:

Christ A et al (2018). Western Diet Triggers NLRP3-Dependent Innate Immune Reprogramming. Cell 172, 162-175

Julia Bansner/Hans-Helmut Martin (UGB)

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