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Das gerechte Weltmenü

Ernährung

Nachhaltiges Essen

Die Welt hat zu viele Krisen: Die Energiekrise, die Hungerkrise, die Wasserkrise, die der Biodiversität und die Wirtschaftskrise als Katalysator für alle zusammen. Die Ernährung und ihre Auswirkungen tragen nach Dr. Karl von Koerber ihren eigenen Teil dazu bei. Forderungen, auf Fleisch zu verzichten sind ein Beispiel für das Bedürfnis, die Krisen „wegzuessen“. Weil mit den vor- und nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft und des Ernährungsgewerbes Ressourcen gebraucht werden, die als fossile demnächst zu Ende gehen.
Dr. Koerber führt auch stark verarbeitete Produkte an, die seit den 1950er Jahren die Esskultur der Industrieländer gewandelt haben und vielen Entwicklungsländern als Vorbild dient – mitsamt den negativen Auswirkungen auf Wasser, Boden und Biodversität. Deshalb sei die Hightech-Landwirtschaft, die Ressourcen nutzt auch keine Lösung für den Welthunger. Das sozial-ökologische Menü des Professors, der an der Technischen Universität München die Arbeitsgruppe nachhaltige Ernährung leitet, besteht aber nicht aus einem Rezept zum Nachkochen. Was er auf der BioFach veröffentlichte ist vielmehr ein „Kochbuch“ für die richtige Nahrungsauswahl. Sieben Grundsätze liegen dem Essen, mit dem sich neun Milliarden Menschen ernähren können, zu Grunde.

Grundsätze nachhaltige Ernährung

Die Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel bedeute nicht, auf Fleisch zu verzichten. Gemeint ist eine lacto-vegetabile Kost, die Fleisch, aber weniger im Umfang, mit einbezieht. Vorbild ist die aid-Ernährungspyramide. Fleisch bietet sogar einen Veredlungsgewinn, wenn Wiederkäuer aus Grasland für den Menschen essbares Protein bereitstellen.

Generell sollen Lebensmittel ökologisch erzeugt werden, um mit den relativen Vorzüglichkeiten der Produktion die Ressourcen zu schonen. Positive Nebeneffekte sind mehr Beschäftigung und mehr Existenzsicherungen.

Nutzen von regionalen und saisonalen Erzeugnissen. Das senkt die Verwendung von Energien und Rohstoffen und schafft regionale Kooperationen, die für Endverbracuher durchschaubarer sind.

Möglichst gering verarbeitete Lebensmittel und reichlich Frischkost: Hierdurch werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern Grundnahrungsmittel sind auch preiswerter. Durch das Kochen und die Zubereitung stellen die Menschen den direkten Bezug zur Nahrung wieder her.

Fair gehandelte Lebensmittel schalten den unnötigen Zwischenhandel aus und entlohnen den Erzeuger und seine Arbeit.

Mit den Begriffen Verpackung, Produktion und Einkauf möchte Dr. Koerber den Fokus auf die Wertschöpfungskette legen. So gehören Seiteneffekte wie Mehrwegverpackungen und Recyceln sowie der Nutzen erneuerbarer Energien und Energieeffizienz zur nachhaltigen Ernährung dazu.

Der siebte Grundsatz stellt den Konsumenten in den Vordergrund. Werden alle vorherigen Grundsätze beachtet, entsteht der Gewinn einer genussvollen und bekömmlichen Speise. Das Körnerimage der Naturkostbranche ist vorbei. Die Naturküche überrascht den Konsumenten mit einer eigene Inwertsetzung.

Die sieben Grundätze sind in einer neuen Ausstellung zusammen gefasst, die auf der BioFach Premiere hat und von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner eingeweiht wurde. Sie soll künftig bei den Ämtern für Ernährung- Landwirtschaft und Forsten zu sehen sein. Sie steht auch interessierten Schulen zur Verfügung.

Lesestoff:
www.nachhaltigeernaehrung.de
www.bfeoe.de

Roland Krieg, Foto: StMELF

[Sie können sich alle Artikel über die diesjährige BioFach mit dem Suchbegriff "BF-11" im Archiv anzeigen lassen]

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