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Das Kreuz mit den Nährstoffangaben

Ernährung

Deutschland ist bei NutriScore skeptisch

Zu Wochenbeginn hat Frontal 21 das neue französische Label NutriScore als Beispiel einfacher Kennzeichnng gelobt und gefragt, warum die deutsche Industrie das nicht hinbekommt?

Die Sichtweise auf Nährstoffe ist bei einfachen Labeln so komplexreduziert, dass sich immer wieder Gegenargumnte finden. Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist ein Kompromiss zwischen Industrie und Verbrauchern. Das französische Modell hingegen verstößt nach Ansicht des Bundeslandwirtschaftsministeriums gegen die LMIV.  Der Bund hat im Rahmen des französischen Notifizierungsverfahrens für die Genehmigung bei der EU, die Nachbarn um eine ausführliche Stellungnahme gebeten. Die 2011 eingeführte verpflichtende LMIV gilt seit dem 13. Dezember 2016 auch für vorverpackte und verarbeitete Lebensmittel. Die Franzosen haben ihr neues Label mit ergänzenden Angaben am 05. April 2017 eingeführt. Die Unternehmen entscheiden freiwillig, ob sie den NutriScore verwenden

Die Industrie selbst ist auf der Suche nach eigenen Lösungen. Sechs intenationale Konzerne wie Unilever haben im März dieses Jahres eine TaskForce für eine robuste Kennzeichnung gegründet. Damit haben sie die Europäische Milch Vereinigung (EDA) auf den Plan gerufen, weil „robuste“ Kennzeichen beispielsweiese Milch und Molkereiprodukte „falsch“ kennzeichnen würden.

Während Deutschland die Reduktionsstrategie für Fett, Zucker und Salz eingestellt hat, geht Irland in die Offensive. In Planung ist eine gestaffelte Zuckersteuer auf Getränke ab fünf und ab acht Gramm Zucker je Milliliter Getränk. Reine Fruchtsäfte und milchbasierte Getränke sollen ausgeschlossen sein.

Roland Krieg; VLE

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