Das schärfste Museum der Welt

Ernährung

Kren aus Franken

> ?Eure Nahrungsmittel sollen Heilmittel und eure Heilmittel sollen Nahrungsmittel sein.? Wenngleich Hippokrates um 400 v. Chr. nicht in erster Linie an den Meerrettich gedacht hat, so ist doch eindeutig belegt: Die scharfe Meerrettichwurzel schätzt man schon sei langer Zeit als probates Heilmittel gegen allerlei Beschwerden. Schon der Volks- und Aberglaube im alten Ägypten sprach ihm magische Kräfte zu.

Seit dem 15. Jahrhundert wird rund um das fränkische Baiersdorf der ?Kren? in Sonderkulturen angebaut und die ?Krenweibli? bereisten im 19. Jahrhundert Deutschland mit der Postkutsche, um die würzige Delikatesse anzubieten.
1846 begann Johann Wilhelm Schamel in der Baiersdorfer Judengasse mit der Meerrettich-Produktion; eine Delikatesse, die mittlerweile weit über Bayern hinaus sehr bliebt ist. Der Firmengründer kam als erster auf die Idee, Meerrettich tafelfertig im Glas anzubieten. Damit bleibt den Köchen und Hausfrauen das Reiben der beißend scharfen Wurzel erspart. Die Meerrettichfee, einen Rettich reibende Frau, ist noch heute das Firmensymbol auf der Verpackung.

Das Haus Schamel reif die ?Schutzgemeinschaft Bayrischer Meerrettich? ins Leben, die inzwischen für die Spezialität bei er EU den Schutz als geschützte geografische Ursprungsbezeichnung beantragt hat: Bayrischer Meerrettich muss zu 100 Prozent aus Bayern stammen. Anlässlich des 150jährigen Firmenjubiläums eröffnete Schamel 196 das erste Meerrettich-Museum der Welt natürlich in Baiersdorf.

roRo

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