Menü

Diabetes-Rechner im Internet

Ernährung

Vorbeugung ist das wichtigste

Im Jahr 2030 werden einer Prognose zufolge 40 Prozent der Deutschen zuckerkrank sein – wenn sie bis dahin nicht deutlich ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten ändern. „Altersdiabetes wird ein zunehmendes Problem, weil die Bevölkerung immer älter und immer dicker wird und sich immer weniger bewegt.“ Das sagte Prof. Klaus Eder, Ernährungsphysiologe an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg im Vorfeld zur internationalen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) am 08. und 09. März über ernährungsbedingte Erkrankungen.

Diabetes mellitus
Etwa 90 Prozent der Diabetiker leiden an Typ-2-Diabetes, der sich aus einer unzureichenden Insulinwirkung entwickelt. Die Krankheitsentwicklung des Typ-2-Diabetes verläuft relativ symptomarm, so dass er oftmals viel zu spät erkannt wird. Eine bessere Früherkennung könnte daher wesentlich dazu beitragen, schwere Spätfolgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Niereninsuffizienz und Amputation zu verhindern
DIfE

7,5 Millionen Deutsche seien bereits zuckerkrank, aber wer sich gesund ernährt und viel bewegt, wird auch im hohen Alter frei von der Zuckerkrankheit sein, so Eder.

Europäisches Problem
Zuvor trafen sich in Badenweiler 250 Teilnehmer aus 30 Staaten zu der zweitägigen Konferenz „Gesundheitliche Prävention. Ernährung und Bewegung – Schlüssel für mehr Lebensqualität“. Zum Abschluss wurde die „Badenweiler Erklärung“ verabschiedet, die zur Prävention aufrief. Marion Caspers-Merk, Staatsekretärin aus dem Bundesministerium für Gesundheit: „Mit der Badenweiler Erklärung haben wir einen wichtigen Grundstein für Initiativen zur Förderung der Gesundheit unserer Bevölkerung gelegt. Chronische Erkrankungen, Übergewicht und Bewegungsarmut nehmen in allen europäischen Ländern zu. Alarmierend ist, dass Übergewicht vermehrt ein Problem bei Kindern und Jugendlichen darstellt. So sind in Deutschland 15 Prozent der Kinder im Alter zwischen 3 und 17 Jahren betroffen. Bereits sechs Prozent leiden an Adipositas. Bis 2020 wollen wir diese Entwicklung stoppen. Wir müssen die Menschen motivieren eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren.“ Aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium hob Staatssekretär Dr. Gerd Müller die Bedeutung der unterschiedlichen Projekte zur Ernährungsaufklärung hervor. Der zur Grünen Woche vorgestellte „Ernährungsführerschein“ ist dabei ein Beispiel, „wie Kinder frühzeitig an die Grundlagen gesunder Ernährung herangeführt werden können“. Mehr Informationen und Termine für gemeinsames Wandern gibt es auf www.die-praevention.de

Selbsteinschätzung
Seit dem 28. Februar gibt es auf der Seite des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) den ersten „Deutschen Diabetes-Risiko-Score“, der auf Daten der Potsdamer EPIC-Studie basiert. Mit diesem Test außerhalb der klinischen Praxis können Erwachsene im Alter zwischen 35 und 65 Jahren ihr Risiko berechnen, innerhalb der nächsten fünf Jahre an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Dafür müssen die Anwender keine komplizierten Fragen beantworten. Parameter wie Größe, Alter, Taillenumfang, Alkohol- und Kaffeekonsum sind ausreichend.

EPIC:
EPIC ist die Abkürzung für die European Perspective Investigation into Cancer and Nutrition. Die Studie wurde 1992 begonnen und deckt Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs sowie anderen chronischen Erkrankungen auf. An der Studie sind zehn europäische Länder mit 519.000 Studienteilnehmern beteiligt und wird von Dr. Elio Riboli von der International Agency on Research of Cancer in Lyon, Frankreich, koordiniert. An der Potsdamer EPIC-Studie nehmen 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teil und wird von Prof. Dr. Heiner Boing geleitet.
DIfE

Der Test gibt zudem erste Empfehlungen zur individuellen Senkung des Diabetes-Risiko. Er ist nach Angaben des DIfE einfach, kostengünstig und genau. Hans-Georg Joost, Wissenschaftlicher Direktor des DIfE: „Als neues präzises Screening-Werkzeug soll der Risiko-Score helfen, deutschlandweit mehr Menschen mit einem hohen Diabetes-Risiko oder einem unentdecktem Diabetes zu identifizieren, als dies bislang möglich ist. Eine flächendeckende Verbreitung und Anwendung des Tests könnte unter Umständen dazu beitragen, die Erkrankungs- und Mortalitätsrate zu senken.“
Der zugehörige Artikel des DIfE wird in diesem Monat im Diabetes Care erscheinen: Schulze M. et al. (2007) An accurate risk score based on anthropometric, dietary and lifestyle factors tp predict the developement of type 2 diabetes.

VLE

Zurück