Die „innere Nahrungsmittelampel“
Ernährung
Menschen sehen mit Trichromaten
Trichromaten sind Farbrezeptoren an der Netzhaut. Darauf weist der Wortteil „Chroma“ hin. Die Vorsilbe „Tri“ signalisiert, dass es drei verschiedene Rezeptoren gibt. Sie sind rot-, grün- und blauempfindlich. Im Tierreich haben nur die Altweltaffen Trichromaten, wozu auch der Mensch gehört. Der Mensch erkennt damit unter anderem Nahrungsmittel und ordnet sie nach Nährstoffdichte und Energiegehalt. So bleiben in der Regel grüne Äpfel liegen und der Blick lenkt die Hand hin zu den roten.
Rot gleich gesund
Das menschliche Gehirn assoziiert mit der roten Farbe von Nahrungsmitteln hohe Nährstoffgehalte. Tests haben gezeigt, dass Probanden grüner werdenden Lebensmitteln einen sinkenden Energiegehalt unterstellen. Das gilt auch tatsächlich bei Obst und Gemüse. Die Probanden übertragen die „innere Lebensmittelampel“ aber auch auf gekochte und verarbeitete Lebensmittel. Da muss der Zusammenhang nicht mehr stimmen. Schon als der Mensch das Feuer entdeckte und Nahrung zubereitete galt er nicht mehr.
Auf der Suche nach neuen Strategien für eine gesunde Lebensweise scheint die Farb-Kennzeichnung „rot“ für ernährungsphysiologisch ausgewogene Nahrung geeignet. Sie entspricht dann aber nicht mehr dem Warnsystem der von Verbraucherschützern befürworteten Lebensmittelampel, die „rot“ als Warnfarbe einsetzen möchte.
Lesestoff:
Foroni, F. et al. (2016): Food color is in the eye of the beholder: the role of human trichromatic vision in food evaluation. In: Scientific Reports, (14. November 2016), doi: 10.1038/srep37034
roRo; Pflanzenforschung.de