Diese Woche geht´s um die Wiener

Ernährung

Tag des Fleischerhandwerks

Das Ausgangsmaterial für Wiener Würstchen ist Rindfleisch und Schweinefleisch sowie Speck. Als besonderes Merkmal weist das Deutsche Lebensmittelbuch die feine Zerkleinerung aus.

Das Wiener Würstchen

Was in den Leitsätzen so technokratisch daher kommt hat eine spannende Geschichte hinter sich. Der Frankfurter Metzger Johann Georg Lahner erlernte sein Handwerk Ende des 18. Jahrhunderts in der Stadt am Main. Schweine- und Rindermetzger waren streng voneinander getrennt. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts zog es ihn an die Donau in die österreichische Hauptstadt und bot ab 1805 eine dort erlaubte Variante mit Rind- und Schweinefleisch an. Er nannte die Wurst Frankfurter, die dann nördlich der Alpen als Wiener bekannt wurde.
Sie ist eine Brühwurst, bei der mit Hilfe von Wasser oder Eis rohes Fleisch aufgeschlossen wird, um in einer anschließenden Hitzebehandlung das Muskeleiweiß gerinnen zu lassen. Das macht die Wurst am Ende schnittfest. Das Gelingen der Wurst ist vom Wasserbindungsvermögen des Fleisches abhängig, das unmittelbar nach der Schlachtung besonders hoch ist. Daher werden Brühwürste traditionell aus noch „schlachtwarmen“ Fleisch hergestellt. Die Wurst wird von dünnem Naturdarm vom Schaf umhüllt und bleibt auch beim Aufwärmen noch schnittfest.
Die Universität Bayreuth weist darauf hin, dass der Auswahl der Rohstoffe eine besondere Bedeutung zukommt. Es sollen Fleischteile vom Vorderviertel jüngerer, nicht fetter Tiere verwendet werden, da dieses Fleisch gut bindendes Muskeleiweiß enthält. Der vom Verbraucher erwartete kernige Biss wird durch die Beigabe von frischem kernig-zähen Speck, wie Rücken-, Backen- oder Kammspeck erzielt.
Die Herstellung dieser edlen Wurst ist technologisch sehr anspruchsvoll. Der Metzger kann viele Geschmacksnuancen erzeugen, teilt der Fleischverband Niedersachsen-Bremen / Sachsen-Anhalt mit. Dazu gehört die feine Rauchnote, eine milde Salzzugabe und feine Würzung.

Tag des Fleischerhandwerks

Deswegen steht das Wiener Würstchen an diesem Donnerstag, dem 26. September, im Mittelpunkt des Tages des Fleischerhandwerkes. Donnerstag ist traditionell Brühwursttag im Fleischerfachgeschäft. Die Metzger wollen ihren handwerklichen Beruf und ihre besonderen Erzeugnisse der Öffentlichkeit bekannter machen und zeigen, wofür das Handwerk steht. Viele Kollegen in den Landesverbänden Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt sind aufgerufen, ihren Stammkunden und vor allem Neukunden mehr über die Hintergründe des Wiener Würstchen und dem Handwerk kund zu tun.
Die Fleischer tun dies, weil in den Märkten eher lakige oder salzige Ware verkauft wird, die das Original nicht erreicht. Außerdem ist die Wurst wegen der langen Vorlaufzeiten des Handels weniger frisch.

Nachwuchs

„Mein Wiener, mein Fleischer!“ ist nicht nur Werbung für die Wurst, sondern auch für die Branche, die junge Menschen für ihre Ausbildungsprogramme begeistern will. Für die Azubis geht es nicht nur um die Wurst, sondern um die Kombination von praktischen Fähigkeiten, moderner Technik und Verantwortung für hygienisch einwandfreie Lebensmittel.

Lesestoff:

www.fleischerverband-fnb-fsa.de

Roland Krieg

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