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Dünne Knochen, aber gesund

Ernährung

Veganische Ernährung

> Eine ?alternative? Ernährung heißt nicht, dass diese ?außerhalb der Norm? ist, sondern nur, dass die Auswahl auf eine von mehreren Möglichkeiten gefallen ist. Gesundheitliche Aspekte können für die Auswahl genauso ausschlaggebend sein wie ethische Überlegungen oder ökonomisch-ökologische. Schon Pythagoras hat neben seinen mathematischen Dreiecken auch den Vegetarismus begründet. 1847 wurde in England der erste Vegetarier Verein gegründet. Der ursprüngliche Gedanke umfasst den Verzicht nicht nur auf tierische Lebensmittel, sondern auch auf tierische Produkte, wie Milch, Eier und oft auch Honig. Heute wird diese Ernährung als vegan bezeichnet. Der Lacto-Vegetarier verzehrt auch Milch und Milchprodukte, der Ovo-Lacto-Vegetarier zusätzlich noch Eier.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kann die vegane Kost nicht generell empfehlen, wie es in der Schrift ?Alternative Ernährungsformen? heißt. Es kann zu Mangelerscheinungen von Eiweiß, Vitamin B12, Calcium, Eisen und Jod kommen.

Dünne Knochen, aber gesund
Amerikanische Mediziner haben nun im ?Archives of Internal Medicine? über Knochenmasseuntersuchungen von Veganern berichtet. ?Frühere Untersuchungen haben klar belegt, dass ein höherer Umsatz an Knochensubstanz ein höheres Frakturrisiko bedeutet?, so Luigi Fontana von der Washington University in St. Louis. Die Mediziner untersuchten 18 Veganer, die seit über drei Jahren keinerlei tierische Produkte mehr verzehrten.
Die Rohköstler wiesen vor allem im Bereich der Hüfte und im Kreuz weniger Knochenmasse auf als eine nicht-vegetarische Vergleichsgruppe. Trotzdem war der Spiegel an Markerproteinen für den Umbau von Knochen auf gleich hohem Niveau. Niedriger waren die Gehalte von C-reaktivem Protein und Insulin-like Growth-Factor. Das erstere (CRP) zeigt Entzündungsprozesse im Körper an, der letztere (ILF-1) wird als Wachstumsfaktor mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht.
Erstaunlicherweise wiesen die Veganer höhere Dosen Vitamin D auf, obwohl sie keine Milchprodukte zu sich nehmen. Fontane vermutet, dass die Personen häufiger dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, was das für den Knochenaufbau wichtige Vitamin in der Haut bilden lässt.

Besserer Zustand als befürchtet
Fontana fasst seine Untersuchungen in der Form zusammen, dass sich die Veganer in einem besseren Zustand befinden, als im allgemeinen befürchtet. Die DGE fasst auch die Pluspunkte der veganen Kost zusammen: Durch die geringere Energiedichte der pflanzlichen Produkte wird einer Fettsucht vorgebeugt, der hohe Verzehr von Obst und Gemüse führt dem Körper ausreichend Ballaststoffe zu und der Verzicht auf Fleisch verhindert auch die Zufuhr von Cholesterin und Purine.
Eine allgemeine Empfehlung wird von keiner Seite ausgesprochen ? dafür ist eine getroffene Auswahl eine sehr individuelle Angelegenheit. ?Jedem das seine? ? wussten schon die Preußen.

roRo

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