E 128 fällt durch

Ernährung

EFSA bestätigt Gesundheitsrisiken bei E 128

Im Rahmen einer Neubewertung von Lebensmittelzusatzstoffen hat die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA jetzt die Stellungnahme zu E 128 korrigiert.

Azofarbstoff Rot 2 G
Der Farbstoff Rot 2 G wird in der Zutatenliste als E 128 aufgeführt und darf ausschließlich in britischen Frühstückswürstchen mit einem Getreideanteil von mindestens 6 Prozent und bei Hackfleisch mit einem Getreideanteil von mindestens vier Prozent eingesetzt werden. Zugelassen ist Rot 2 G auch bei Kosmetika, die nicht in Kontakt mit Schleimhäuten kommen.
Die Gruppe der Azofarbstoffe bildet mit über 2.000 organischen Verbindungen die größte Gruppe der Farbstoffe. Ausgangsstoff ist Anilin, das früher aus Steinkohleteer gewonnen wurde und heute bei der Erdölraffination gewonnen wird. Azofarbstoffe gelten als lichtstabil und wirken kräftig. Sie wurden von der Lebensmittelindustrie in der Vergangenheit auch gerne eingesetzt, weil sie sich gut mischen lassen. Charakteristisch für Azofarbstoffe sind die Azogruppen aus zwei Stickstoffatomen. Rot 2 G bezeichnet im Allgemeinen das Natriumsalz der Verbindung.
Enzyme spalten jedoch viele Azofarbstoffe in Verbindungen auf, die als krebserregend gelten.

ADI widerrufen
Bislang war Rot 2 G bis maximal 20 mg je Kilogramm Würstchen oder Hackfleisch zugelassen. Für die erlaubte tägliche Aufnahmemenge (Acceptable Daily Intake – ADI) wurde ein Wert von 0,1 mg/kg Körpergewicht berechnet.
Die EFSA hat jetzt neue Studien seit 1999 für eine Neubewertung des Anilin herangezogen und kann aus den folgenden Gründen eine kanzerogene Wirkung nicht mehr ausschließen:
- Anilin ist bei in vivo Versuchen mit Ratten und Mäusen genotoxisch
- die Berechnungsgrundlage für gentoxische Mechanismen bei Nagern war unzureichend beweisführend
- Vergleichbare Metaboliten des Anilin lassen in Mensch und Tier eine kanzerogene Wirkung nicht mehr ausschließen
Damit betrachtet die EFSA Rot 2 G als nicht mehr sicher und widerruft den ADI-Wert.
Die ausführliche Stellungnahme und Begründung wird demnächst auf der Seite www.efsa.europa.eu veröffentlicht.

roRo

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