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Einkaufen und Kochen sind Zeitfresser

Ernährung

Alltagserleichterungen haben große Marktchancen

Nicht nur Kinder müssen quengelnd gedrängt werden, ihr Zimmer aufzuräumen. Diese Alltagsarbeit steht auch bei den Erwachsenen alles andere als hoch im Kurs. Vier von fünf Bundesbürgern sind an Erleichterungen im Alltag interessiert. Dabei steht das Putzen als „Zeitfresser“ ganz oben auf der Wunschskala. So lautet das Fazit der repräsentativen Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) zusammen mit der KPMG.

Zeit beim Einkaufen und Kochen sparen

Insbesondere bei Arbeiten im Haushalt und beim Einkauf möchten Haushalte Zeit sparen. So wünschen sich fast acht von zehn Befragten Entlastung beim Putzen und 40 Prozent möchten weniger Zeit für das Kochen aufwenden. Auch der Einkauf von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs (41,9 %) sowie von Geschenken (30,6 %) oder Bekleidung (26,9 %) wird als zeitliche Belastung wahrgenommen.

„Haushaltsarbeiten gehören für die meisten Konsumenten zu den größten ‚Zeitfressern‘ im Alltag. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich der Branche besonders in diesem Bereich noch neue Potenziale bieten – zum Beispiel mit Produkten und Dienstleistungen, die den Verbraucher beim Putzen, Lebensmitteleinkauf, oder Kochen entlasten. Der Servicefaktor Zeit zahlt sich gewissermaßen doppelt für die Unternehmen aus, da mehr als zwei Drittel der Befragten zudem bereit sind, für derartige Angebote mehr zu bezahlen“, so Mark Sievers, Head of Consumer Markets bei KPMG.

Convenience hat Marktwert

Vor allem die Positionen Einkaufen und Kochen dürften einen ganzen Branchenteil erschrecken. Offenbar werden natürlichen Produkte, die Sensorik, das Zubereiten und das gemeinschaftliche Genießen von Lebensmitteln immer wieder Kindern nahe gebracht – doch genauso offenbar widmet sich der Erwachsene später anderen Dingen zu.

Single-Haushalte, ein übergroßes Freizeitangebot und vielleicht auch sich verlierendes Interesse geben der Nahrungsmittelbranche neue Möglichkeiten. Halbfertige Lebensmittel, die zu Hause nur noch mit kleinen Schritten verzehrfertig gemacht werden müssen gewinnen die Oberhand. Ein Zurück zu den „Ursprüngen des Einkaufens“ bei Lebensmitteln widerspricht einem großen Teil der Bevölkerung.

Wandel im Handel

Dienstleistungen wie Bringdienste oder Produkte ohne große Aufbereitung durchmischen den Handel. Verfügbare Services und Technologien werden von den Befragten positiv bewertet, sofern sie mehr Zeit im Alltag versprechen. Vor allem ist da noch Luft nach oben. Nicht alles was nützlich ist, wird auch in vollem Umfang abgerufen. Der Online-Kauf von Kleidung hat sich nach IFH-Auswertung bereits voll etabliert. 74 Prozent der Befragten wünschen sich das auch bei Lebensmitteln, aber nur 55 Prozent ordern bereits digital oder wollen das künftig tun.

Click & Collect bei Mode und Lebensmittel möchte nur jeder Zweite nutzen, obwohl zwei Drittel darin einen Mehrwert sehen. Immer mehr Rasenmäher fahren autonom durch den Garten, beim Hausputz aber, dem „Zeitkiller schlechthin“ gibt es noch Vorbehalte gegenüber „Haushaltsrobotern. Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln weiß auch warum: „Das Interesse an Convenience-Services und -Technologien, die mehr Freizeit schaffen, ist hoch. Unternehmen können dieses Potenzial jedoch nur nutzen, wenn sie den Zugang vereinfachen. Geringe Verfügbarkeit oder ein zu hoher Preis sind große Hürden für eine breitere Nutzung.“

Das allerdings ist bei steigender Marktdurchdringung nur eine Zeitfrage.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

- 70,3 Prozent der Befragten geben gerne etwas mehr für Angebote aus, die ihnen den Alltag einfacher und weniger zeitaufwendig machen.

- 78,6 Prozent der Befragten wünschen sich beim Putzen Entlastung bzw. Angebote zur Zeitersparnis, um mehr Freizeit zu haben.

- 41,9 Prozent der Befragten wünschen sich beim Einkauf von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs Entlastung bzw. Angebote zur Zeitersparnis, um mehr Freizeit zu haben.

- 74,0 Prozent der Befragten finden die Online-Bestellung und Lieferung von Lebensmitteln nützlich; 54,5 Prozent der Befragten nutzen die Online-Bestellung und Lieferung von Lebensmitteln oder planen dies in Zukunft.

- 68,3 Prozent der Befragten finden Click & Collect beim Lebensmittelkauf nützlich; 49,9 Prozent der Befragten nutzen Click & Collect beim Lebensmittelkauf oder planen dies in Zukunft.

- 61,5 Prozent der Befragten finden Click & Collect beim Fashion-Kauf nützlich; 50,7 Prozent der Befragten nutzen Click & Collect beim Fashion-Kauf oder planen dies in Zukunft.

- 72,2 Prozent der Befragten finden Haushaltsroboter nützlich; 58,4 Prozent der Befragten nutzen Haushaltsroboter oder planen dies in Zukunft.

Lesestoff:

Die aktuelle Studie mit dem Thema „Servicefaktor Zeit“ können Sie unter www.kpmg.de/consumerbarometer einsehen.

Roland Krieg; Grafik: IFH Köln, KPMG 2015

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