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Einweg-PET: Acetaldehyd in Mineralwasser

Ernährung

Warentest untersucht Mineralwasserflaschen

Sie sind leicht, sie sind „unkaputtbar“, sie haben Glas als Verpackung mit dem hygienischem Image schlechthin, verdrängen können: Flaschen aus Polyethylenterephthalat – kurz PET. Bei der Herstellung der PET-Flaschen entsteht Acetaldehyd. Den Übergang dieses Stoffes in Mineralwasser hat die Stiftung Warentest für seine heute erscheinende Ausgabe untersucht hat. Schlecht weggekommen sind Discounter, die für ihre Handelsmarken PET-Flaschen als Einweg verwenden.

Grenzwert: 10 Mikrogramm je Liter
Acetaldehyd erzielt einen typischen, fruchtig-aromatischen Geschmack ab einer Konzentration von 10 Mikrogramm je Liter. Deshalb hat der Handel sich diesen Wert als Grenzwert gesetzt, der nicht überschritten werden soll. Der Geschmack ist bei dieser Untersuchung auch das Hauptziel gewesen, denn gesundheitsgefährlich sind die gefundenen Werte nicht, beruhigt die Stiftung Warentest.
Acetaldehyd findet sich auch nicht in allen Mineralwässern. Ist die Flasche für den Mehrweg vorgesehen, setzt die Industrie einen Acetaldehyd-Blocker ein, der den Übergang weitestgehend verhindert. Aus Kostengründen wird der Blocker bei einmaliger Verwendung der PET-Flasche, also beim Einweg, nicht eingesetzt. Acetaldehyd wandert in das Mineralwasser. Das Ergebnis der Stiftung Warentest: Klassische Markenwässer, die oft in Mehrwegflaschen abgefüllt werden, schneiden im Test in Reinheit und Geschmack besser ab.

August Heft WarentestMineralwasser: Keine Keime gefunden
Die Eigenmarken des Handels sind mit 13 Cent pro Liter oft unschlagbar günstig. Nur Leitungswasser ist billiger. Doch nur Edekas Gut&Günstig Medium aus der Heinberg Quelle kann sich mit den teuren Alwa Medium, Apollinaris Medium für 61 und mit Gerolsteiner Medium für 46 Cent messen: Rundum fehlerfrei.
Medium heißt jedoch nicht nur wenig Kohlensäure, denn die Tester haben herausgefunden, dass die billigen Wässer auch wenig Mineralstoffe beinhalten. Die wenigsten hatte ein Penny-Wasser.
Die mikrobiologische Untersuchung ergab, dass alle 30 untersuchten Mineralwässer positiv bewertet werden konnten. In keinem fanden sich beeinträchtigende Keime.
Aldi Nord hat auf den Test bereits reagiert und angekündigt, ab sofort den Acetaldehyd-Blocker auch für die Flaschen der Brandenburger Urstromquelle einzusetzen.

Wasserlexikon:
Natürliches Mineralwasser muss mindestens die folgenden Anforderungen erfüllen: Ursprung aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Quellen; ursprüngliche Reinheit mit einem Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen, insbesondere mit ernährungsphysiologischer Wirkung; die Zusammensetzung und wesentlichen Merkmale bleiben im Rahmen natürlicher Schwankungen konstant und die Werte nach der MTV (Mineralwassertrinkverordnung) dürfen nicht überschritten werden.
Stillem Mineralwasser wurde die Kohlensäure vollständig oder teilweise entzogen und wird in die grüne Brunneneinheitsflasche abgefüllt.
Quellwasser stammt auch aus unterirdischen Wasservorkommen, hat aber geringere Anforderungen als das Mineralwasser.
Tafelwasser wird aus Mineral- und Trinkwasser hergestellt und darf zusätzlich nur noch Natursole, Meerwasser, Natriumchlorid oder erlaubte Mineralsalze enthalten. Es muss der Trinkwasserverordnung entsprechen und darf auch außerhalb des Quellortes abgefüllt werden. Sodawasser ist ein spezielles Tafelwasser mit mindestens 570 mg Natriumhyrogencarbonat pro Liter.
Heilwasser ist vergleichbar mit natürlichem Mineralwasser, muss aber zusätzlich noch krankheitsheilende, -lindernde oder -verhütende Eigenschaften aufweisen, die wissenschaftlich nachgewiesen sind. Heilwasser zählt daher nicht zu den Lebens-, sondern zu den Arzneimitteln. Es darf aber wegen seiner milden Wirkung ohne Verschreibung durch den Arzt getrunken werden.

roRo

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