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Erdbeeren in Brandenburg selbst pflücken

Ernährung

Erdbeer-Selbstpflücke startet in Brandenburg

Heute startet Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger offiziell die Saison für die Selbstpflücke von Erdbeeren auf Brandenburger Gartenbaubetrieben: „In den kommenden Wochen sind die Brandenburger und Berliner wieder als Helfer auf Brandenburgs Erdbeerfeldern gefragt. Wer sich auf den Weg macht, bekommt nicht nur die frischesten Erdbeeren, sondern auch einen Eindruck vom Frühling in Brandenburg.“ Die Adressen von Betrieben zum Selbstpflücken finden Sie unter www.gartenbau-bb.de

Der Start findet auf den Betrieb Wache statt. Seit 25 Jahren dabei ist der Familienbetrieb Wache, im März 1991 von Ruth Wache gegründet, in Wahrheit aber viel älter. Seit fünf Generationen betreiben Mitglieder der Familie in Werder und Petzow Gartenbau und Fischerei. Seit 2013 führt Sohn Frank Wache den Betrieb. Zu DDR-Zeiten, von 1961 bis 1990, waren die Waches Mitglieder der Genossenschaft GPG Obstproduktion Werder/Havel. Nach der Auflösung der GPG, wurden die Eigentumsflächen von Ruth Wache zurückgenommen. In den folgenden fünf Jahren sind weitere Flächen in direkter Nähe dazu gepachtet worden. Insgesamt bewirtschaftet der Betrieb 17,92 Hektar. Zum Angebot der Waches gehören dunkle und platzfeste Süßkirschen, die auf 6,75 Hektar angebaut werden. Erdbeeren wachsen auf 2,18 Hektar, der Rest sind Pflaumen, Aprikosen, Birnen, Himbeeren, Gemüse, Kartoffeln. Immerhin drei Familienmitglieder finden so ihr Auskommen. In der Saison werden zusätzlich zwölf polnische Mitarbeiter beschäftigt. Ganz direkt gibt es die Wache-Produkte auch in Berlin - von Mai bis November in Berlin am Tempelhofer Damm/Ecke Friedrich-Wilhelm-Straße.

Erdbeererträge in Brandenburg

In den letzten zehn Jahren ist die Anbaufläche von Erdbeeren von 401 auf 464 Hektar angewachsen. Lag der Ertrag 2005 noch nur bei 2.148 Tonnen, waren es im letzten Jahr bereits 3.960 Tonnen. In diesem Jahr wird die Erdbeere in Hochform erwartet. Der Winter war mild und die Temperaturen sind derzeit warm. Für die Metropole Berlin aber reicht die Brandenburger ernte lange nicht aus.

Eine wertvolle „Nuss“

Die Gartenerdbeere ("Fragaria x ananassa"; botanisch: Nüsschen, Sammelnussfrucht) ist schon allein wegen der großen Nachfrage die Königin der Beerenobstarten. Bereits in der Antike priesen römische Dichter deren Qualität und nannten sie "frega" oder "fregum". Der botanische Name leitet sich aus dem Lateinischen "fragariae" (duften) ab. Der schwedische Botaniker Carl von Linné fügte das lateinische Wort "vesca" hinzu, was von "versusa" (essbar) oder von "vescus" (zehrend) abgeleitet werden kann - zehrend vielleicht deshalb, weil man von Erdbeeren nicht satt leicht wird, da sie sehr kalorienarm sind.

Ursprünglich war die Beere ein Waldbewohner. Im Mittelalter wurde die Walderdbeere auf großen Flächen kultiviert. Erst mit der Entdeckung der Neuen Welt fand man in Südamerika Erdbeeren mit größeren Früchten - die Scharlacherdbeeren. Walderdbeeren wurden verdrängt - ab 1820 gab es bereits 70 Kultursorten. Mittlerweile sind es über tausend Sorten. Direkte Vorfahren der heute marktgängigen Erdbeeren sind eine Kreuzung der relativ kleinen amerikanischen Scharlach-Erdbeere mit der großfruchtigen „Schönen aus Chile“.

1840 begann in der Nähe von Baden-Baden der erwerbsmäßige Anbau. Mittlerweile gibt es über tausend Sorten mit sehr verschiedenem Aussehen. Eine Weiterentwicklung ist zum Beispiel die Wiesenerdbeere, eine Kreuzung von Wald- und Gartenerdbeere. Aber es gibt auch Sorten, die im Aroma nur noch entfernt an die intensive Würze der traditionellen Sorten erinnern. Aromatische Sorten wie "Mieze Schindler" oder "Lambada" werden eher als Liebhabersorten angesehen.

In der sensiblen roten Frucht stecken viele gesunde Inhaltsstoffe. Da Erdbeeren kaum Kalorien haben, kann man sie unbeschwert genießen. Der Vitamin-C-Gehalt liegt mit 60 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch höher als bei Zitronen und Orangen. Außerdem enthalten die Früchte wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen.

MLUL / roRo; Foto: roRo

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