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Essen als Medizin

Ernährung

Heilende Kräfte in Lebensmitteln?

Der Wunsch nach gesunder Lebensweise ist ein Megatrend, der die Einstellung und das Kaufverhalten der Konsumenten bereits seit geraumer Zeit prägt. Dass eine ungesunde Lebensführung Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder Allergien verursachen kann, ist allgemein belegt. Aber auch für Menschen, die im Einklang mit den offiziellen Empfehlungen zur täglichen Bewegung etc. leben, können derartige ‚Volkskrankheiten‘ eine Herausforderung darstellen. Dies hat zu erhöhtem Fokus auf die Ernährung als Mittel zur Vorbeugung bzw. Behandlung von Krankheiten geführt. Auch auf diesem Gebiet nehmen viele Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand.

Abteilungsleiterin Marianne Gregersen vom Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft (DLFE): „Man geht seinen eigenen Weg in der Meinung, dass die offiziellen Empfehlungen nicht unbedingt für jedes Individuum gelten. Viele haben erfahren, dass die gängigen Empfehlungen ihre Gesundheit nicht unbedingt verbessert haben. Also nehmen sie die Sache selber in die Hand und ernähren sich von Lebensmitteln, von denen sie sich Gesundheit sowie ein langes und glückliches Leben versprechen.”

Dass man bestimmten Lebensmitteln einen höheren Gesundheitswert beimisst als anderen, ist im Grunde nicht neu. Inzwischen dreht sich der Fokus jedoch zunehmend von der vorbeugenden zur heilenden Wirkung von Lebensmitteln. Ernährungsumstellungen sollen Krankheiten kurieren.

Marianne Gregersen: „Der seit einiger Zeit bestehende Hype um Superfoods und Nahrungsergänzungsmittel weitet sich auf die gesamte Ernährung aus – Essen als Medizin.“

Alles kann durch die richtige Ernährung ins Lot gebracht werden, lautet die Parole: ob Verdauungsbeschwerden, psychische Probleme, Konzentrations- oder Schlafstörungen, Müdigkeit, oder alternde Haut – für alles gibt es vorbeugende bzw. heilende Lebensmittel.

Laut Marianne Gregersen werden entzündungshemmende, blutzuckerstabilisierende oder probiotische Nahrungsmittel bald in aller Munde sein: „Insbesondere werden neue Erkenntnisse zur Nutzwirkung von Milchsäurebakterien die Ernährungsgewohnheiten beeinflussen. Gute Aussichten für fermentierte Lebensmittel und Probiotika.”

Der Verbraucherfokus auf ‚gesunde Lebensmittel’ kann für die klassischen Kategorien Fleisch, Eier und Milch zur Herausforderung werden. Einige Konsumenten könnten aus Gesundheitsgründen ganz oder teilweise auf diese Kategorien verzichten bzw. Quantität durch Qualität ersetzen.

Abwechslungsreiche Ernährung steht bei den meisten Konsumenten zum Glück aber weiterhin hoch im Kurs: „Während einige Konsumenten den Gesundheitswert von Fleisch, Eiern und Milch in Frage stellen, haben diese Kategorien für die Mehrzahl der Verbraucher nach wie vor einen festen Platz in der Esskultur“, erklärt Marianne Gregersen.

Durch faktenbasierte Aufklärungsarbeit zum Stellenwert dieser Kategorien für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung kann und sollte vermieden werden, dass Konsumenten ohne ausreichendes Wissen ihr Kauf- und Essverhalten an Mythen bzw. im Internet kursierenden Meinungen oder kaum dokumentierten Erfahrungen ausrichten.

Marianne Gregersen (DFLE); roRo

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