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EU ist viertgrößter Fischmarkt weltweit

Ernährung

Wirtschaftsfaktor Fisch

Am Mittwoch wurde im Fischereiausschuss der EU der Fischmarkt der Europäischen Union vorgestellt. Erarbeitet vom European Market Observatory für Fisheries and Aquaculture Products (EUMOFA) weist er für das Jahr 2012 nahezu 3.500 Fischverarbeiter in der ganzen EU aus [1]. Sie beschäftigen mehr als 120.000 Mitarbeiter. Zwischen 2008 und 2012 ist die Zahl der Mitarbeiter um rund fünf Prozent gesunken. Italien hat mit 16 Prozent die meisten Fischverarbeitungsfirmen, die meisten Beschäftigten sind in Großbritannien zu finden (20.000). Der Fischsektor steht unter Druck. Er hat sein Einkommen um zwei Prozent steigern können, musste aber auch eine Steigerung der Ausgaben um vier Prozent hinnehmen. Fast zwei Drittel der Kosten resultieren aus Kosten für den Rohstoff Fisch.

EU-Handelsbilanz Fisch 2012 in t Lebendgewicht für Lebensmittel
EU-Handelsbilanz Fisch 2012 in t Lebendgewicht für Lebensmittel

Nummer 4 in der Welt

Zwischen 2012 und 2013 hat die Fischproduktion weltweit von 181 auf 190 Millionen Tonnen zugenommen. Für 3,22 Prozent ist die EU verantwortlich. Nach China (73 Mio. t), Indonesien (19 Mio. t) und Indien (9 Mio. t) steht die EU28 mit 6,109 Tonnen auf Platz 4 der Erzeugungsrangliste. Etwa ein Viertel davon stammt aus der Aquakultur.

Den stärksten Anstieg verzeichnen China, Indonesien und Indien mit einem deutlichen Ausbau der Aquakultur um 39 Prozent. Einen Wandel macht Chile durch. Die Seefischerei ist um 35 Prozent auf 2,2 Mio. t zurückgegangen, hat aber ebenfalls die Aquakultur um acht Prozent auf rund eine Million Tonnen ausgebaut.  

Auch beim Konsum können die Europäer (inklusive Norweger, Russen, Isländer und Schweizer) mithalten. E ist zwar leicht auf 21,8 kg pro Kopf und Jahr gesunken, wird aber nur noch von den Ozeaniern mit 26,5 kg übertroffen. In Südostasien wird absolut der meiste Fisch verzehrt. Dort ist der Pro-Kopf-Konsum mittlerweile benfalls auf 21,8 kg pro Jahr angestiegen.

Im europäischen Vergleich verzehren die Deutschen ebenfalls viel Fisch. Nach Spanien mit elf Millionen, Italien mit 10 Millionen und Frankreich mit 8,5 Milliarden Euro geben die Bundesbürger mit fünf Milliarden Euro das viermeiste Geld für den Fischverzehr aus.

Anlandungen nach Fischart in der EU

Anlandungen in der EU

Die in der EU angelandete Menge Fisch wird immer mehr. 2013 lag sie drei Prozent über dem langjährigen Mittel seit 2005. Es wurden 4,22 Millionen Tonnen Fisch im Wert von 6,92 Milliarden Euro angelandet.

Menge und Wert der EU-Aquakultur

Aquakultur

Seit 2009 steigt die Fischproduktion in der Aquakultur wieder an und hat 1,24 Millionen Tonnen im Wert von 3,61 Milliarden Euro erreicht. Die in der Aquakultur am meisten erzeugten Fische sind der Blauflossenthun, Karpfen und die Auster.

Lesestoff:

European Market Observatory for Fisheries and Aquaculture Products (EUMOFA): The EU Fish Market 2015 www.eumofa.org

Roland Krieg; Grafiken: EUMOFA

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