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FAO: Besonnen auf hohe Preise reagieren

Ernährung

FAO: Die Wurzeln der hohen Preise bekämpfen

Am Dienstag haben José Graciano da Silva (FAO), Kanayo F. Nwanze (International Fund for Agriculture Development, IFAD) und Ertharin Cousin (World Food Programm, WFP) in einer gemeinsamen Erklärung zur Besonnenheit angesichts der hohen Lebensmittelpreise aufgerufen und daran erinnert, die Erfahrungen aus den letzten fünf Jahren nach der Hungerkrise im Jahr 2007 besonnen anzuwenden. Die Staaten müssten reagieren, dürften aber nicht in Panik ausbrechen. Dann sei die Nahrungsversorgung auch in den nächsten Monaten gesichert.

Kurz- und langfristig reagieren

Die drei Organisationen teilen die Reaktionen auf zwei Zeitschienen auf. Zunächst müsse die Nahrungsversorgung der Ärmsten sicher gestellt werden, langfristig führe aber kein Weg an einer Umstellung der wirtschaftsweise vorbei, wie produziert, gehandelt und konsumiert wird.
Seit der Krise 2007 habe die Weltgemeinschaft Instrumente erarbeitet, mit denen die Auswirkungen der hohen Lebensmittelpreise begegnet werden können. Dazu gehöre die High-Level Task Force on Global Food Security und das Agrar-Markt-Informations-System (AMIS). Außerdem gibt es das Rapid Response Forum mit den wichtigsten Getreide und Sojaproduzenten und -händlern, die bei Marktstörungen handeln sollen.
Die Krise vor fünf Jahren habe genau gezeigt, wer von steigenden Lebensmittelpreisen am ehesten betroffen ist. Deshalb könne gezielt gegengesteuert werden. Einige Länder haben Sicherungssysteme gegen Hungerkrisen aufgebaut.
Die vom Hunger bedrohten Menschen brauchen Arbeit, um sich mit einem Einkommen die Nahrung leisten zu können. Panikkäufe in bedrohten Ländern sollen genauso vermieden werden, wie Exportrestriktionen von Ländern, die Getreide und Soja auf dem Weltmarkt verkaufen.

Vorbeugen

Drei Preisspitzen hat es in den letzten Jahren gegeben, die alle durch ungünstige Witterungsverhältnisse ausgelöst wurden. Überschwemmungen, Anbau für Zwecke außerhalb der Nahrungsproduktion und Preisspekulationen bei Rohstoffen führen zusammen zu hohen Preisen.
Bevölkerungswachstum und Klimawandel werden ohne Änderung der Wirtschaftsweise immer wieder Zeiten mit hohen Lebensmittelpreisen hervorbringen, warnen die UN-Organisationen. Nach Berechnungen des WFP bedeute ein Anstieg um zehn Prozent zusätzliche Kosten für Nahrungsmittelhilfe in Höhe von 200 Millionen US-Dollar. Die langfristige Vorbeugung ist die Steigerung der Lebensmittelproduktion in den Ländern selbst, wo die Menschen in ländlichen Räumen nicht genug zu essen haben. Auch, weil rund ein Drittel der Ernte durch Lagerung wieder verloren geht, bevor sie auf dem Teller landet.
Der Appell von FAO, IFAD und WFP ist eindringlich, zeigt aber auch deutlich, dass der kurz- und langfristige Verlauf der nächsten Monate in unseren eigenen Händen liegt.

Lesestoff:

G-20-Vereinbarungen

Roland Krieg

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