Fenchel: Einjährig mit viel Öl
Ernährung
Rasch erkennen, was Fenchel so gesund macht
Wenn Kinder unter Husten leiden, greifen Eltern gerne zu bewährten natürlichen Arzneimitteln wie Fencheltee oder Fenchelhonig. Letzterer ist Honig, der mit bitterem Fenchelöl versetzt ist. Das in den Fenchelsamen enthaltene ätherische Öl steigert die Bewegung der Flimmerhärchen in der Lunge und in den Atemwegen, so dass Schleim leichter abgehustet werden kann. Der Wilde Fenchel, auch Bitterfenchel genannt, der heute in Deutschland angebaut wird, hat einen langen Zuchtprozess hinter sich, den die Wissenschaftler des Julius Kühn- Instituts (JKI) in Quedlinburg über Jahrzehnte begleitet haben. Dabei haben sie nicht nur dafür gesorgt, dass einjährige Pflanzen mit hohen Ölgehalten auf deutschen Feldern wachsen, sondern auch neue zerstörungsfreie Analysemethoden entwickelt, um die Qualität und Zusammensetzung des Öls rasch prüfen zu können.
Vom Echten Fenchel oder auch Garten-Fenchel, gibt es drei Varietäten, die sich in ihrem Wuchs und der Verwendung unterscheiden: |
Fenchel für Honig oder Tee?
Die Hauptkomponenten des Fenchelöls sind Anethol und Fenchon. Sie müssen in einem bestimmten Verhältnis enthalten sein, damit sie ihre schleimlösende medizinische Wirkung im Bereich der Atemwege entfalten können. Um Bitterfenchelöl, zum Beispiel für den Fenchelhonig, zu gewinnen, wollen die Züchter Pflanzen, die bereits nach einem Jahr Früchte bilden. Die Ölgehalte sollten möglichst hoch und die Früchte möglichst groß sein. Für Fencheltee hingegen sind kleine Früchte mit niedrigerem Ölgehalt gefragt. „Wenn man auf so viele verschiedene Eigenschaften selektiert, dann geht dies nur, wenn die chemische Analytik rasch verlässliche Ergebnisse liefert“, so Dr. Hans Krüger vom JKI für Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz. Wechselt die Arzneipflanze oder das Zuchtziel, müssen auch die Analyse-Methoden wieder neu angepasst werden.
„Um den Zuchtprozess zu beschleunigen, mussten wir effektive Schnellmethoden entwickeln, um mit möglichst minimalem Aufwand tausende Einzelpflanzen zu analysieren“, berichtet Dr. Krüger. Der Chemiker, der am Quedlinburger Hauptsitz forscht, weiß um die Bedürfnisse der Züchter und die Komponenten, die ein gutes Arzneifenchelöl ausmachen.
NIRS: |
Die Nah-Infrarotspektroskopie (NIRS) erwies sich als besonders leistungsfähig, denn sie erlaubt die zerstörungsfreie Analyse der Fenchelfrüchte. „Das ist wichtig, denn so können die ausgewählten Zuchtformen, die die gewünschten Kriterien am besten erfüllen, wieder ausgesät werden“, erläutert Dr. Krüger die Spezialität des Quedlinburger Analytiklabors. Sein Ziel ist eine zerstörungsfreie Methode, mit der sich die Qualität des ätherischen Öls in den Pflanzenproben rasch einschätzen lässt. Nicht nur bei Fenchel. Das gelang auch bei Kümmel, Koriander, Dill, Pfefferminze, Schafgarbe und Pfeffer.
JKI; Foto: JKI