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Fettsenker füttern Pharma

Ernährung

Mittelmeerernährung statt Statine

Statine sind fettsenkende Medikamente, die im Hinblick auf eine Entwicklung der Atherosklerose bei erhöhter Blutfettkonzentration genommen werden. Die Hauptwirkung der Statine scheint aber nicht in der Senkung erhöhter Cholesterinkonzentrationen zu liegen, sondern, so der Schweizer Pathologe Jan-Olaf Gebbers, eher in entzündungsmindernden und immunmodulierenden Effekten.

Neue Kosten-Nutzen-Analyse gefordert
Rund 30 Milliarden Dollar pro Jahr beträgt der weltweite Umsatz mit Statinen, die Gebbers als „Stars der Pharmaindustrie“ bezeichnet. Möglicherweise liegt der Erfolg der Medikamente darin, dass Atherosklerose rund die Hälfte aller Todesursachen bei den über 60jährigen ausmacht. Statine werden großzügig „als pharmakologische Prävention“ verschrieben und gewinnen gerade in den Ländern an Bedeutung, die einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben.
Allerdings beklagt der Schweizer in einer Übersichtsarbeit, dass die Kosten-Nutzen-Analyse zwischen Lifestyle-Prophylaxe und Statin-Prophylaxe bei älteren Menschen immer noch aussteht.

Gesund essen und bewegen
Fehl- und Überernährung sowie Bewegungsmangel spielen in allen Altersstufen zwischen Kindheit und Greisenalter eine ursächliche Rolle für die Atherosklerose. Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes kommen noch hinzu. In der internationalen interdisziplinären elektronischen Fachzeitschrift „German Medical Science“ hat Gebbers verschiedene Studien ausgewertet und festgestellt, dass Zusammenhänge zwischen der Aufnahme von tierischen Fetten und den Erkrankungsfolgen schwächer als geglaubt sind.
Eine fettreduzierte Ernährung hat in Mäuseversuchen gezeigt, dass der Fettmangel in der Ernährung der Leber metabolische Probleme bereiten kann, weil periphere Fettdepots aktiviert werden.
Im Vergleich dazu hat die Ernährung nach dem so genannten „Mittelmeerstil“ deutlich niedrigere Blutdruckwerte und HDL-Werte ergeben. Mit der Nahrung aufgenommnen B-Vitamine, insbesondere B6, B12 und Folsäure, vermögen Homozysteinkonzentrationen als Risikofaktor für eine Atherosklerose senken. Bei Diabetikern vermag eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr die Gefäßreaktionsfähigkeit verbessern. Ein gesundheitsbewusster Lebensstil mit angemessener Ernährung, Normalgewicht und viel Bewegung ist nach Angaben Gebbers erstrebenswert und liegt im Entscheidungsbereich jedes Einzelnen.
In seiner Zusammenfassung warnt Gebbers vor Studien aus der Industrie. Die Kosten für Pharmazeutika steigen schneller als die allgemeinen Gesundheitskosten.

Lesestoff:
Die Arbeit ist online mit Open Access erschienen: Gebbers, JO. Atherosclerosis, cholesterol, butrition, and statins – a critical review: GMS Ger Med Sci 2007; 5; Doc04: www.egms.de/pdf/gms/2007-5/000040.pdf

roRo

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