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Fleischmarkt stabil

Ernährung

Fleischverbrauch wird weltweit steigen

Im Vorfeld zur Düsseldorfer InterMeat muss die Fleischbranche in Deutschland erneut einen leichten Rückgang im Fleischverbrauch hinnehmen. Insgesamt wurden 60,9 Prozent Fleisch verzehrt. Schweinfleisch liegt mit 39 Kilogramm in der Gunst weit vorne, ging aber um 0,2 Kilo zurück. Rind- und Kalbfleisch haben um 100 Gramm auf 8,5 Kilo pro Kopf leicht zugelegt, Schaf- und Ziegenfleisch liegt seit Jahren mit 0,7 Kilo im Jahr auf stabilem Niveau. Der Renner bleibt Geflügelfleisch. Lag der Verbrauch im Jahr 2006 noch bei 10 Kilo, hat er heute bereits 11,3 Kilo erreicht.

Finanzkrise und Fleisch
Fleisch als hochwertiges Gut scheint besonders unter der Finanzkrise zu leiden. Die Studie des schweizerischen „Meat Clubs“ zeigt, dass die Wirtschaftskrise noch wirkt. Einzig China und Indien konnten ein deutliches Wachstum verzeichnen. „Auch wenn die Prognosen für 2010 hoffnungsvoll sind, so ist doch Vorsicht geboten, denn jetzt kommt es einzig und allein darauf an, wie schnell die Wirtschaft sich auch im Westen erholt“, sagte René Maillard, Vorsitzender des Belgian Meat Office. Alleine die chinesische Nachfrage hält den Fleischverzehr global auf stabilem Niveau. Langfristig sind die Prognosen besser, denn nach einer Studie der FAO wird sich der Fleischverbrauch bis 200 weltweit verdoppeln.
Sorgen bereitet Maillard der Erdölpreis, der direkte Auswirkungen auf die ganze Fleischkette hat. Ein schwacher Euro hingegen erhöht die Chance auf Fleischexporte.
In diesem Jahr erwarten die Belgier keine einschneidenden Veränderungen. In diesem Jahr gibt es genug preiswertes Futter: „Derzeit gehen wir davon aus, dass die europäischen Futtermittelpreise sich mindestens bis in den Herbst 2010 hinein auf dem Vorjahresniveau halten können“, so Maillard.

Sorgen
Ganz sorgenfrei blickt die Branche aber nicht in die Zukunft. Zum einen sorgt sie sich um die Tierseuchensituation im Rahmen des weltweiten Tierhandels. Zumindest von der Afrikanischen Schweinepest gehe derzeit „eine latente Gefahr“ aus. Auch gesellschaftliche Faktoren wirken in die Fleischkette hinein. Dazu zählen die Belgier, die in Europa der viertgrößte Netto-Exporteur für Schweinfleisch sind, steigende Haltungsanforderungen durch Tier- und Klimaschützer: „Die nachhaltige Fleischproduktion stellt eine große Herausforderung für die kommenden Jahre dar.“ Maillard will auch die politischen Einflüsse nicht unterschätzen.

Wo wird gekauft?
Niedrige Preise für Wurst und Fleisch machen den langfristigen Konsumtrend aus. Hier sind die Discounter führend und konnten nach Ansicht der Belgier Kunden während der Wirtschaftskrise an sich binden. Der Anteil von SB-Ware nimmt zu, auch wenn Aldi erstmals und als einziger im Jahr 2009 gegenüber anderen Discountern im Wurstbereich hat Federn lassen müssen.
Nach Maillard ist das ein Zeichen für eine Rückbesinnung, dass die Kunden wieder zu klassischen Marken greifen. Supermärkte haben nämlich ihren Bedienthekenanteil ebenfalls ausbauen können und haben mit Wareninszenierungen „interessante Margen“ erzielen können.
Kunden nehmen auch bei der Wurst den Convenienceaspekt auf. Wieder verschließbare Verpackungen und Wurstbecher sind neu auf den Markt gekommen.
Die Foodtrends für das Jahr 2020 sind: Mehr und besser kochen, Qualitätsbewusstsein und Ethik, bewusste Ernährung wird zur Weltanschauung, „Region“ wird zum Megatrend, gutes Essen gehört zum guten Ton, Gesunde Ernährung über Genuss und Genuss ist Luxus. Das hat das Fachmagazin BLiCK zu den Intermessen in Düsseldorf hervorgebracht.

roRo (Text und Foto)

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