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Fleischverzehr und Sterblichkeit

Ernährung

BfR analysiert amerikanische Fleischstudie

Im März 2009 hat eine Studie im Archives of Internal Medicines (die so genannte Sinha-Studie) für Wirbel gesorgt. Wer viel rotes Fleisch ist, stirbt früher. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich die Studie angeschaut und kommt zu einer differenzierten Bewertung.

Sterblichkeit ist komplexer als ein Steak
Zehn Jahre lang haben amerikanische Wissenschaftler rund 550.000 Frauen und Männer und deren Fleischverzehr untersucht. Es wurde zwischen Rotfleisch vom Rind und Schwein vom weißen Fleisch, wie Geflügel und Fisch, sowie verarbeiteter Ware wie Schinken, Wurst und Aufschnitt unterschieden. Die untersuchten Personen waren zwischen 50 und 71 Jahre alt. Die Verzehrsmengen und Verzehrsgewohnheiten wurden mit Hilfe von Fragebögen festgehalten. Männliche Vielverzehrer von Rotfleisch und Wurstwaren hatten eine um 31 Prozent höhere Sterberate durch Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen, weibliche Vielverzehrer eine um 36 Prozent. Bei weißem Fleisch trat der umgekehrte Effekt auf, d.h. die Sterblichkeit sank bei höherem Verzehr.
Generell hat das BfR gegen die Untersuchungsmethode keine Einwände gehabt, zumal der Zusammenhang zum Rotfleisch auch bei anderen empirischen Studien gemessen wurde. Allerdings hat das BfR keinen Kausalzusammenhang zum Fleischverzehr herausgefunden, denn die Todesursachen durch Krebs und andere Krankheiten sind vielfältig und können nicht alleine auf den Verzehr von Rotfleisch zurückgeführt werden. Dazu gehören chemische Verbindungen, die bei der Zubereitung entstehen können, genetische Faktoren, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Betroffenen, der Eisengehalt des Fleisches, die Aufnahmemenge ungesättigter Fettsäuren aus anderen Lebensmitteln, die Menge an verzehrtem Obst und Gemüse sowie die hormonelle Belastung des Fleisches. Auch die Autoren hatten bereits darauf hingewiesen, dass nicht berücksichtigte Faktoren zu Verzerrungen des Ergebnis führen könnten.
Die Verzehrsdaten der Sinha-Studie sind auf die Gesamtenergieaufnahme bezogen, was den Vergleich zu absoluten Verzehrsmengen erschwert, kommentiert das BfR. Die Ergebnisse der Sinha-Studie sind auch wegen der unterschiedlichen Statistik von Todesursachen „nur mit hoher Unsicherheit“ auf Deutschland übertragbar.

Lesestoff:
Sinha, R., Cross, A., Leitzmann, M.F. et al. (2009) “Meat Intake and Mortality”, Arch. Intern. Med, 169, 6, 562-571
www.bfr.bund.de

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