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Fruchthandelswelt in Berlin

Ernährung

Start der Fruit Logistica

In Berlin hat auf dem Messegelände unter dem Funkturm die weltweit größte Fruchthandelsausstellung eröffnet. Mit erstmals mehr als 2.500 Ausstellern und mehr als 110.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche wurden nach Angaben der Messe GmbH gleich zwei Schallmauern durchbrochen.

Angebot wächst stetig

Weltweit wurden nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) im Jahr 2011 850 Millionen Tonnen Gemüse und 725 Millionen Tonnen Obst produziert. Jedes Jahr ste8igt die Produktionsmenge, doch nur zehn Produzent des Obstes und vier Prozent des Gemüses werden international gehandelt.
Die EU ist weltweit einer der wichtigsten Importregionen, obwohl das Inlandangebot auch hier stetig wächst. Die Obsternte fiel mit 37 Millionen Tonnen um gut fünf Prozent höher aus als im Vorjahr. Mit 63 Millionen Tonnen Gemüse wurde ein Plus von drei Prozent verzeichnet.
In Deutschland haben nur die Spätfröste im Mai noch höhere Erntemengen verhindert. Rund 2.300 Unternehmen erzielen in Deutschland einen Umsatz von etwa 20 Milliarden Euro.
Trotzdem geht der Verbrauch zurück. Gerade einmal 136,8 Kilogramm hat der Durchschnittsdeutsche im letzten Jahr an Obst und Gemüse verzehrt. Mit 76,7 Kilogramm rund sechs Prozent weniger Obst und mit 61,86 Kilogramm Gemüse ein Prozent mehr als im Vorjahr. Nicht alles ist auf EHEC zurückzuführen, meint die Gesellschaft für Konsumforschung. Bei Gurken, Tomaten und Salat gab es zwar Rückgänge um bis zu 45 Prozent, doch der Juli hat dem Frischsektor witterungsbedingt einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Es wurde weniger Grillfleisch, weniger Bier und weniger Salat benötigt, als Heißgetränke.“ Am Ende des Jahres konnte sogar ein leichtes Umsatzplus von fünf Prozent erzielt werden. Wäre jedoch die Umsatzentwicklung wie im Vorjahr verlaufen, dann hat EHEC die Branche rund 220 Millionen Euro gekostet.
Gewinner war der Biohandel. Bio-Produkte sind fast zweistellig gewachsen, Obst und Gemüse kamen immerhin auf drei Prozent Plus, so die GfK. Verlierer waren die Discounter, die haben in diesem Frischebereich sieben Prozent verloren. Für die GfK ein Zeichen, dass „billig“ und „Vertrauen“ nur schwer unter einen Hut zu bringen sind.

Die Top Ten bei Obst und Gemüse


Beim Obst haben sich die Erdbeeren an den Melonen vorbeigedrängelt, weil sie früh in die Saison gestartet sind. Das schlechte Sommerwetter hat dem Melonenverkauf zusätzlich gedrückt. Wegen EHEC sind die Salatgurken in der Gemüseliste gleich um zwei Plätze nach hinten gerückt. Weißkohl konnte trotz rückläufiger Verkaufszahlen in den letzten Jahren noch Platz zehn halten, in diesem Jahr hat er die Top Ten schon nicht mehr geschafft.

Roland Krieg; Foto: Messe GmbH

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