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Funktionelle Säfte

Ernährung

Uni Kiel und Schwartau arbeiten am optimalen Mix

Sekundäre Pflanzenstoffe beugen Herz- und Kreislauf-Erkrankungen vor und senken das Krebsrisiko. Wie der gesundheitliche Nutzen dieser Wirkstoffe durch gezielte Kombination gesteigert werden kann untersucht jetzt das Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Universität Kiel.

Die Kombination macht´s
Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag empfehlen Erbnährungsexperten. Das entspricht einer Tagesaufnahme von rund 600 Gramm. Davon seien die Deutschen rund 300 Gramm entfernt, sagt Prof. Dr. Rimbach, Direktor des Instituts. Dabei belegen zahlreiche Studien: Wer öfter zu Obst und Gemüse greift, erkrankt seltener an Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen.
Warum das so ist, diesem Rätsel sind die Forscher seit dem Auffinden der sekundären Pflanzenstoffe auf der Spur. Unter diesem Begriff fasst man eine Vielzahl an chemischen Verbindungen zusammen, die Pflanzen produzieren und für ihren primären Stoffwechsel keine Bedeutung haben. Wohl aber für ihr Überleben: Denn im Boden verwurzelt können Pflanzen nicht weglaufen. Nicht vor intensiver Sonneneinstrahlung, nicht vor Schädlingen, Viren, Bakterien oder Pilzen. Also stellen sie beispielsweise ihren UV-Schutz selber her oder produzieren Abwehrstoffe gegen Fressfeinde.
Nach Schätzungen gibt es mehr als 100.000 sekundäre Pflanzenstoffe und von einigen ist der gesundheitsfördernde Effekt bei Menschen bekannt. Die Wirkpalette ist eindrucksvoll und reicht von antioxidativen Effekten über entzündungshemmende Eigenschaften bis hin zur Regulierung von Blutdruck, Blutzucker oder Cholesterinspiegel. Einen kleinen Haken hat die Sache jedoch: „Keine Substanz kann alles“, Deswegen raten Experten bisher allgemein dazu, Obst und Gemüse bunt zu mischen statt fünf Äpfel am Tag zu verzehren.

Gesunde Ernährung für Gemüsemuffel
Wie sich mit einer gezielten Kombination der pflanzlichen Helfer der gesundheitliche Nutzen für den Menschen steigern lässt untersucht jetzt das Kieler Team und bekommt Unterstützung der durch Schwartau. Die Suche richtet sich nicht nur nach dem optimalen Mix. Auch Fragen der Sensorik und Stabilität sind zu klären, wenn am Ende ein gut schmeckender Saft entstehen soll. Gerade in diesem Bereich wollen die Schwartauer Werke, die mit rund 800 Beschäftigten Schleswig-Holsteins größtes Nahrungsmittelunternehmen sind, ihre Kompetenz einbringen. „Sollte es gelingen, auf der Basis der geplanten Studie innovative Konzepte für gesunde Lebensmittel etablieren zu können, könnte ein wichtiger Beitrag zur Prävention von Harz-Kreislauf-Erkrankungen geleistet werden“, gibt sich Rimbach optimistisch.
Nicht zuletzt dank neuer Obstgetränke konnte Schwartau 2006 ein zweistelliges Umsatzplus verzeichnen. „Wir werden künftig noch stärker auf derartige Produkte setzen“, sagt Geschäftsführer Heinz von Kempen. „Für uns ist das Projekt sehr bedeutsam.“ Und wer weiß: Ein ernährungsphysiologisch optimierter Saft hilft vielleicht manchen Obst- und Gemüsemuffel auf die Sprünge.

Innovationsstiftung Schleswig-Holstein; roRo

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