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Gesund Essen und Trinken

Ernährung

Einfache Konzepte in der aid-Ernährungspyramide

Einerseits möchte man sich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen, was man essen und trinken soll, andererseits machen die professionellen Ratgeber machen genau daraus eine Wissenschaft. Kulturhistoriker Dr. Uwe Spiekermann von der Universität Göttingen ließ im letzten Jahr kein gutes Haar an der Ernährungsberatung. Weniger, weil sie nicht gut ist, sondern mehr, weil sie bei vielen Menschen nicht richtig ankommt. So lohnt es sich immer wieder, Inhalte in neue Formen zu gießen, damit nicht jedes Jahr 70 Milliarden Euro für ernährungsbedingte Erkrankungen ausgegeben werden müssen.

Einfache Ampelfarben
Den gordische Knoten zu öffnen bedeutet, einfache Modelle für die praxisnahe Vermittlung von wissenschaftlich fundierten Ernährungsempfehlungen zu finden. So hat der aid infodienst jetzt eine Ernährungspyramide entwickelt, die nach eigenen Angaben zufolge „ein alltagstaugliches System“ ist, „mit dem jeder – ohne umständliches Kalorienzählen – sein Ernährungsverhalten prüfen und optimieren kann“.
Dazu dienen Ampelfarben, Portionsbausteine, die eigene Hand sowie große und kleine Teller. Auf Grund der leicht verständlichen Darstellung und der didaktischen Aufbereitung kann das Modell die Orientierung „im Ernährungsdschungel unseres heutigen Schlaraffenlandes“ geben.
Die Ampelfarben geben eine erste Orientierung über die Menge, die der menschliche Körper von den einzelnen Lebensmittelgruppen benötigt: grün bedeutet reichlich, gelb mäßig und rote Produkte sollten sparsam verzehrt werden.
Die Basis der aid-Pyramide bilden Getränke. Es folgen an zweiter und dritter Stelle die pflanzlichen Lebensmittel, die am meisten verzehrt werden sollen: Gemüse, Obst und Getreideprodukte. Darüber sind die tierischen Lebensmittel platziert, die nur einen maßvollen Genuss erfordern und die Spitze der Pyramide bilden die kleinen Leckereien, wie Öle, Fette, Süßigkeiten, Snacks und Alkohol.

Die Menge macht’s
Dieses Wissen haben die meisten sicherlich „drauf“. Aber möglicherweise klappt es auch deshalb nicht, weil man sich während des Tages nicht mehr vorstellen kann, welche Mengen verzehrt werden. Man erinnert sich noch deutlich an die kleine Gemüsebeilage zum Mittagessen, aber vergisst, dass abends vor dem Fernseher „nach einer Handvoll Kartoffelchips“ plötzlich die Tüte leer ist.
aid-ErnährungspyramideDaher hat der aid Portionsbausteine ausgewiesen, die den reichlichen oder sparsamen Genuss bildhaft darstellen. Jeder Baustein steht für eine Portion einer Lebensmittelgruppe und lässt sich zudem leicht über den nach oben laufenden 6-5-4-3-2-1 – Countdown merken.
Verbraucher müssen die Portionen nicht grammgenau abwiegen – das ist im Alltag sowieso untauglich. Deshalb hat der aid sich für ein Portionsmaß entschieden, dass wir immer dabei haben: Die Hand. Da sie mitwächst, berücksichtigt sie „je nach Alter und Geschlecht“ den unterschiedlichen Bedarf des Menschen.
So kann eine Hand voll beispielsweise sein:

Ein großes Stück Obst oder Gemüse wie ein Kohlrabi, ein Apfel oder eine Orange Eine Portion Brot als Brotscheibe für die gesamte Handfläche mit ausgestreckten Fingern Ein Glas für Getränke Eine Fleischportion sollte so groß wie ein Handteller sein, während eine Fischportion die Größe der Handfläche haben sollte Süßigkeiten und Knabbereien müssen in einer Hand Platz finden

Aber auch hier trösten die Experten: Das lässt sich nicht alles jeden Tag umsetzen. Wichtig ist, dass die Empfehlungen im Wochendurchschnitt erreicht werden.

Die Pyramide entdecken
Es steckt noch viel mehr in der Pyramide. Sechs einfache Tellerregeln zeigen, wie die einzelnen Portionsbausteine zu sinnvollen Mahlzeiten zusammen gesetzt werden können. Je nach sportlicher Aktivität, Alter, Geschlecht und physiologischen Besonderheiten lassen sich individuelle Energiebedarfe ermitteln und umsetzen. Für heranwachsende Kinder ist beispielsweise die Getreide plus-Variante sinnvoll.
aid_Gemüse_PlusEntwickelt wurde die Pyramide in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und wird bereits seit Jahren in der Behandlung bei stark übergewichtigen Kindern und ihren Eltern eingesetzt. Der aid infodienst weist noch darauf hin, dass die eingesetzten Mengenempfehlungen auf Arbeiten des Forschungsinstituts für Kinderernährung und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beruhen.
Sie können unter www.aid-ernaehrungspyramide.de schon einmal vorab eine virtuelle Entdeckungsreise unternehmen, die ersten Geheimnisse der Pyramide zu entlocken.

roRo; Abbildungen: aid infodienst

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