Gibt es Agrarsubventionen für Gesundheit?

Ernährung

Agrarsubventionen an gesunde Früchte binden

Florian Freund vom Thünen-Institut für Marktanalyse hat zusammen mit Marco Springmann von der Universität Oxford im Modell die Agrarsubventionen in Richtung klimaverträgliche Produktion und Gesundheit der Bevölkerung verschoben. Derzeit fließen nur rund ein Viertel der Gelder in den Gartenbau. Die anderen Gelder fließen in den Anbau von Getreide und Ölsaaten, wobei ein Großteil in der Tierfütterung genutzt wird.

Würden die Agrarsubventionen vollständig zur Förderung von Nahrungsmitteln mit vorteilhaften Gesundheits- und Umwelteigenschaften verwendet, würde dies in den OECD-Ländern wie der EU, USA und Japan zu einer Produktionssteigerung von Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten um 19 Prozent führen, in Nicht-OECD-Ländern wie China, Russland oder Indien um drei Prozent. Die Treibhausgas-Emissionen würden leicht zurückgehen, vor allem wegen verringertem Konsum von Fleisch- und Milchprodukten und von Grundnahrungsmitteln, die mit der Zunahme von Gartenbauprodukten einhergingen.

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Die Studie zeigt aber auch, dass eine völlige Abschaffung der Agrarsubventionen, wirtschaftlich und ökologisch am wirkungsvollsten sei, sich aber am negativsten auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirke. Die am wenigsten wirtschaftlichen Feldfrüchte mit hohen Betriebskosten, wie Frischware, werden dann nicht mehr angebaut. Würden die Staaten nur die Hälfte der Subventionen umlenken, wäre das schon ein Gewinn für Gesundheit und Nachhaltigkeit.

Lesestoff:

Springmann, M., Freund, F. (2022): Options for reforming agricultural subsidies from health, climate, and economic perspectives. Nat Commun 13, 82.
https://doi.org/10.1038/s41467-021-27645-2

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