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Globalisierung und Lebensmittelsicherheit

Ernährung

Globalisierung des Risikos

In der letzten Woche beschäftigte sich der Workshop der Heinrich-Stockmeyer-Stiftung mit der globalisierung des Risikos in der Lebensmittelindustrie. Vor allem China geriet in den Fokus der Experten, das mit Schwermetallen und Melamin in der Milch Themen in die Schlagzeilen bringt, „die wir in Europa im Griff zu haben glaubten“.
China ist mittlerweile ein globaler Player im Lebensmittelmarkt und daher überall ein Thema.

Melamin-Milch in Afrika
Nach Prof. Dr. Dagmar Schoder, Präsidentin von „Tierärzte ohne Grenzen“ und Leiterin der Forschungsgruppe „Globale Lebensmittelsicherheit in Wien, sind die Tierärzte ohne Grenzen die einzigen, die melaminverseuchtes Milchpulver in Afrika aufsuchen. Nach Schoder sind mehr als sechs Prozent der untersuchten Babynahrungsmittel melaminpositiv. Tansania habe mehr als 40 Tonnen verseuchtes Milchpulver sichergestellt.
Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Ulrich Nöhle führt die Qualitätsmängel auf die Verstärkung der Globalisierung für Händler und Hersteller zurück. Die Qualitätsmängel seien aber nicht neu, sondern nur eine Replizierung der „heute gelösten Mängel der führenden Industriestaaten“.
Ungelöste Handelsfragen sind nach Ansicht von Gerd Billen vom Verbraucherzentrale Bundesverband die Kehrseite des Welthandels. Der globale Wettbewerb dürfe die hohen Standards der Lebensmittelproduktion nicht aushöhlen. Die künftigen Herausforderungen müssten den schonenden Umgang mit Ressourcen berücksichtigen.

Kontrolle vor Ort
Zuletzt hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sein aktuelles Monitoring in Berlin vorgestellt. Gegenüber den häufigen heimischen Kontrollen seinen an den Außengrenzen der EU nur noch Stichproben realisierbar, führte Dr. Gerd Fricke vom BVL auf dem Workshop aus: „Die Entwicklung von Angebot, Nachfrage und Preisen begünstigt die Verwendung qualitativ minderwertiger und tendenziell weniger sicherer Lebensmittel.“ Um die Importe aus Drittstaaten sichrer zu machen verfolgt das BVL die Methode der Zulassung für Exporte in den Herkunftsländern.
Wie schnell die Gesundheit im globalisierten Markt gefährdet ist zeigte Dr. René Gottschalk vom Amt für Gesundheitswesen Frankfurt(Main. Das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) galt als erste Pandemie des neuen Jahrtausends. Die Vorkommnisse aus dem Jahr 2003 haben gezeigt, wie schnell der Flugverkehr bislang unbekannte Krankheitserreger über die Welt verbreiten kann.

Lesestoff:
www.heinrich-stockmeyer-stiftung.de

VLE

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