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Hyperhomocysteinanämie

Ernährung

Vitamin-B- und Folsäuremangel im Visier

Ab morgen treffen sich über 400 Experten aus über 40 Länder zum Weltkongress „Hyperhomocysteinanämie in der Saarbrücker Congresshalle. Schirmherr der bis zum 09. Juni dauernden Konferenz ist Wissenschaftsminister Jürgen Schreier. Die wissenschaftliche Leitung unterliegt Prof. Dr. Wolfgang Herrmann, Direktor des Universitätsklinikum des Saarlandes. Es geht um einen Erfahrungsaustausch über Stoffwechselstörungen – Hyperhomocysteinanämie.

Das „neue Cholesterin“
Homocystein ist eine schwefelhaltige, nicht n der Nahrung vorkommende Aminosäure, die als Zwischenprodukt des Zellstoffwechsels beim Abbau von Methionin zu Cystein entsteht. Mangel an Vitamin B und Folsäure stören den Methionin-Stoffwechsel und Homocystein reichert sich im Blutplasma an (Hyperhomocysteinanämie) und ist auch im Urin über das Oxidationsprodukt Homocystein nachweisbar (Homocysteinurie).
Als Folge steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Thrombosen, atherosklerotische Gefäß- und neurodegenerative Erkrankungen, sowie osteoprotische Knochenbrüche und Komplikationen in der Schwangerschaft.

Bis zu 10 Prozent der Bevölkerung
Bis zu 10 mikro-Mol Homocystein je Liter Blut gelten als unbedenklich. Bei ansonsten gesunden Menschen können 12 mikro-Mol toleriert werden, steigt jedoch der Wert darüber hinaus, sollte eine Therapie erfolgen, heißt es von der Uniklinik des Saarlandes, die an Richtlinien für die Diagnostik und Therapie arbeitet. Erhöhte Konzentrationen werden bei fünf bis zehn Prozent der Allgemeinbevölkerung gemessen – bei 40 Prozent der Patienten mit Gefäßerkrankungen.
Besonders ältere Menschen leiden häufig an Hyperhomocysteinanämie, die durch einen Mangel an B-Vitaminen, wie Folsäure, B-12 und B-6 wie auch durch gestörte Nierenfunktion verursacht wird. Prof. Herrmann konnte mit pharmakologischen Dosen von B-Vitaminen das Homocystein im Blut wieder normalisieren.
„Der genügenden Aufnahme von Vitamin B-12 ist gerade im Alter besondere Beachtung zu schenken, denn es sind häufig ältere Menschen oder Vegetarier, die leicht einen Vitamin B-12-Mangel entwickeln“, sagt Professor Herrmann vor der Konferenz. Quellen für Vitamin B-12 sind tierische Nahrungsmittel Fleisch, Milch und Eier sowie Fisch. Vitamin B-6 und Folat (B-9) sind besonders in Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Fleisch, Leber und Milch vorhanden.

Folatmangel
Besonders auch Schwangere und Stillende müssen auf ausreichende B-Vitamin-Zufuhr achten. Zur Vorbeugung empfiehlt das Team um Prof. Herrmann fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Die Nahrung sollte schonend zubereitet werden. Zu starkes Erhitzen oder Wässern zerstört das Folat. Häufig reicht eine gemüse- und obstreiche Kost aber nicht aus und es müssen V-Vitamine supplementiert werden.

roRo

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