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Käsekohl und Bröckelkohl

Ernährung

Hochsaison für heimischen Sommerkohl

Sie sind miteinander verwandt und ganzjährig verfügbar. In ihrer Hauptsaison unterscheiden sie sich ein wenig: Blumenkohl gibt es von Mai bis Anfang November, Brokkoli zwischen Juni und Oktober. Von beiden essen wir die Blütenknospen. Während jedoch beim Blumenkohl die Knospen zu einem geschlossenen Kopf zusammenwachsen, sitzen die Brokkoliröschen auf mehr oder weniger locker verzweigten Stielen. Blumenkohl bleibt schneeweiß, weil die Blätter die „Blume“ rechtzeitig abdecken. Lichteinfluss färbt sie gelblich, hat aber keinen Einfluss auf Qualität oder Nährwert, betont die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Verbraucher bevorzugen jedoch weißen Blumenkohl, weil er ihnen „frischer“ erscheint. Deswegen knicken Erntehelfer die Blumenkohlblätter vor der Ernte über die fast ausgewachsene Blume.

Viele Namen
Je nach Region bekommen die Verwandten unterschiedliche Namen. Blumenkohl wird auch Karfiol, Käsekohl, Italienischer Kohl, Blütenkohl oder Traubenkohl genannt. Brokkoli ist als Spargelkohl, Bröckelkohl, Sprossenbrokkoli oder als grüner Blumenkohl bekannt.
Blumenkohl sollte beim Einkauf grünes Blattwerk besitzen, denn die nicht zu harten Stängel und Blätter, besonders die zarten zwischen den Röschen, sind besonders vitaminreich. Sie lassen sich hervorragend zu Gemüse und Suppen verwenden.
Brokkoli sollte immer dunkelgrün bis violett in der Farbe sein. Gelbliche Verfärbungen an den Köpfen zeigen, dass er zu blühen begonnen hat und damit erheblich an Geschmack einbüßt.

BlumenkohlernteHauptanbaugebiet Rheinland
Das Rheinland ist mit seinen fruchtbaren Böden zwischen Köln und Bonn ein Hauptanbaugebiet für Blumenkohl und Brokkoli. Das Ruhrgebiet mit 10 Millionen Konsumenten will frisch versorgt sein. Die Landgard Genossenschaft hat im letzten Jahr 6,5 Millionen Blumenkohlköpfe geerntet und 1.600 Tonnen Brokkoli.
Den Erntetakt gibt der Traktor vor, der im Schneckentempo über das Feld rollt. Er zieht einen Anhänger auf dem die Kisten gestapelt werden und von dessen Längsseite ein mobiles Förderband angebracht ist. Die Erntehelfer lösen reifen Blumenkohl mit einem großen Messer vom Boden und legen ihn auf das Förderband. Die Deckblätter bleiben auf dem Feld: Als Dünger. Sie werden später untergepflügt und die Zufuhr an organischer Masse erhöht den Nährstoffgehalt der Saatbeete und damit die Gesamtgüte des Bodens gewaltig.

Blumenkohl – Preise beruhigen sich
Das schlechte Wetter hatte bei den Blumenkohlpreisen zu extremen Markt- und Preisentwicklungen geführt. Vereinzelt konnte die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle ZMP Mitte Juni keine Listungen im Lebensmitteleinzelhandel mehr ausfindig machen. Das schlechte Wetter hatte auch die Kauflust der Verbraucher beeinträchtigt. Mit dem besseren Wetter und einem Ernteschub aus Südwestdeutschland entspannt sich die Lage zuletzt wieder und die Preise pendeln sich auf moderatem Niveau ein.

Brokkoli als Dipp genießen
Gerade Brokkoli ist in der Küche vollkommen unkompliziert zu genießen. Stängel, Röschen und Blätter lassen sich verwenden. Doch aufgepasst: Während die Röschen innerhalb von fünf bis acht Minuten gar werden, brauchen die Stängel gut doppelt so lang. Deshalb kommen sie als erstes in den Topf, rät die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft CMA. Stängel und größere Stiele können übrigens wie Spargel geschält und zubereitet werden und eignen sich hervorragend als leckeren Gemüse-Dipp – abends beim Fernsehen. Brokkoli lässt sich mit fast unendlich vielen Zutaten kombinieren. Ein echtes Blitzgericht ist in Öl sautierter Brokkoli. Dazu die in Salzwasser blanchierten Röschen zusammen mit Knoblauch kurz in Öl schmoren. Zuletzt nur noch salzen und gehackte Petersilie untermischen.

Gratinierte Spaghetti mit Brokkoli und Tomaten
Zutaten für 2 bis 3 Personen; CMA
20 g Weizenmehl, 125 ml Milch, 1 Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss, 400 g Brokkoli, 200 g Tomaten, 120 g Spaghetti, 40 g Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 1 TL Öl, 20 g Tomatenmark, Basilikum, Oregano, 20 g geriebener Emmentaler.

Zubereitung:
Backofen auf 225 Grad Celsius vorheizen. Mehl mit Milch vermischen und zusammen mit dem Lorbeerblatt unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Die Sauce 3 Minuten ausquellen lassen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Brokkoli putzen, in Röschen teilen, in Salzwasser kurz blanchieren und gut abtropfen lassen. Tomaten waschen, Stielansatz entfernen und die Tomaten würfeln. Spaghetti nach Packungsangabe garen. Kalt abschrecken und abtropfen lassen. Zwiebeln und Knoblauch schälen, würfeln und in heißem Öl glasig dünsten. Tomatenmark, Gewürze und die zerkleinerten Tomaten zufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles mit den Spaghetti mischen und in eine gefettete Auflaufform füllen. Brokkoli darüber verteilen, mit der Sauce überzeihen und it Käse bestreuen. Im vorgeheizten Backofen 5 Minuten backen, bis der Käse geschmolzen ist.
Dazu passen ein kleines Steak sowie Maissalat mit roten Zwiebeln in Kräuter-Vinaigrette.

Guten Appetit wünscht

Roland Krieg; Foto: Landgard

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