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Kaffe in Kapseln und Kaffee in Maschinen

Ernährung

Warentest prüft Kaffekapseln und Kaffeemaschinen

Für Besitzer von Nespresso-Maschinen kann sich der Kauf von Kapseln fremder Anbieter lohnen. Der beste Kaffee kommt zwar von Nespresso und kostet 37 Cent je Portion. Aber auch zwei von sechs geprüften Kapselklonen für Nespresso-Maschinen haben ein „gutes“ Qualitätsurteil und sind günstiger als das Original. Neben den 14 Kapselmarken mit Caffè Crema, Lungo oder einfach nur Kaffee prüften die Tester auch 12 Kaffeekapselmaschinen. Auch hier liegt Nespresso vorn, aber ebenso überzeugte ein Schnäppchen für 68 Euro die Prüfer. Dazugehörige und mit „gut“ bewertete Kapseln kosten nur 25 Cent pro Portion. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe ihrer Zeitschrift test.

Den besten Kaffee und Espresso im Test brühen die klassischen Nespresso-Maschinen, die zwischen 92 und 121 Euro kosten. Auch beim Test der Kapseln liegt Nespresso vorn. Aber inzwischen gibt es günstige Alternativen: Kaffeeliebhaber können sensorisch „gute“ Kapseln in ihren Nespresso-Maschinen nutzen, die weniger kosten als die von Nespresso. Die Stiftung Warentest hat auch untersucht, wie gut die Hülsen von Nachahmern passen. Die Kapseln von vier Anbietern werden von den Nespresso-Automaten nahezu problemlos geschluckt. Kapseln von zwei anderen zicken hingegen oft. So fließt bei etwa jeder dritten Hülse eines Lungo von Lidl nur wenig Kaffee in die Tasse, dafür landet viel Flüssigkeit in der Abtropfschale.

Im Test von Kaffeekapselmaschinen gab es ein überzeugendes Schnäppchen für 68 Euro, das unter anderem bei einem Discounter angeboten wird. Dazugehörige „gute“ Kapseln sind deutlich günstiger als die Aluhülsen von Nespresso.

Der Kaffeeautomat von Bosch kostet gerade mal 40 Euro. Für die passenden Kapseln gibt der Kunde aber in einem Jahr locker das Zehnfache aus. Die Kaffeemaschine von Aldi Süd ist mit 70 Euro ebenfalls relativ günstig. Der Kaffee, den sie brüht, ist „gut“, der Espresso aber schwach und wässrig. Insgesamt schnitten 8 von 12 Kapselkaffeemaschinen und 7 von 14 Portionskaffees mit dem Qualitätsurteil „Gut“ ab.

Zwei Nach­ahmerkapseln mit Pass­problemen

Die Tester probierten auch aus, wie unterschiedliche Kapseln, die für das Nespresso-System kompatibel sind, in den beiden Nespresso-Modellen im Test Kapselkaffeemaschinen funktionieren. Bei zwei Nach­ahmer-Kapseln traten häufig Probleme auf: Die Kapseln verformten sich beispiels­weise oder wurden nicht richtig angestochen. Auffällig auch: Verschiedene Maschinen holen unterschiedliche Kaffee­mengen aus den Kaffeekapseln heraus. Zudem kann der gleiche Kaffee aus verschiedenen Geräten unterschiedlich schme­cken oder eine unterschiedlich ausgeprägte Crema haben.

Zwei Kaffees mit viel Acrylamid

In der Prüfung auf Schad­stoffe wiesen die Tester in zwei Produkten vergleichs­weise viel Acrylamid nach. Die Substanz entsteht zwangs­läufig beim Kaffee­rösten, aber nicht zwingend in dieser Größen­ordnung. Acrylamid gilt für den Menschen als möglicher­weise krebs­er­regend. Auch Furan, das ebenfalls im Röst­prozess entsteht, fanden die Tester in jedem Kaffee. Sie untersuchten weiter auf Aluminium, Schwer­metalle, Mineralöle und Schimmelpilzgift.

Viel Müll

Kaffee­kapseln sind sehr spezielle Konstrukte. Mindestens zwei Materialschichten umhüllen jede Portion Kaffee: erst die Kunststoff- oder Aluminiumkapsel, dann eine Schachtel oder ein Beutel. Einige Kapseln stecken in einem Extra-Beutelchen und sind so insgesamt dreifach verpackt. Das bedeutet deutlich mehr Müll als etwa durch die Verpackung von Filter­kaffee oder Espresso anfäll

Das neue test ist seit heute im Handel erhältlich

Stiftung Warentest (Text und Foto)

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