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Kennzeichnung "1 plus 4"

Ernährung

Eckpunktepapier Lebensmittelkennzeichnung

Gestern hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer in Köln die Eckpunkte zur Kennzeichnung von Lebensmitteln vorgestellt. Sie folgen in zwei Alternativvorschlägen der Formel „1 plus 4“. Damit soll zuerst der Brennwert und dann entweder getrennt oder gleich aneinandergereiht, Fett, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz angegeben werden. Grundsätzlich sollen die Werte die empfohlene Tageszufuhr kenntlich machen.

Freiwillig prominent geklebt
Die Angaben, mindestens der Brennwert, sollen an prominenter Stelle des Etiketts angebracht werden und beziehen sich auf die Referenzmenge von 2.000 Kilokalorien täglich, „auch wenn der individuelle Energiebedarf verschiedener Bevölkerungsgruppen stark variieren kann“. Für Unternehmen, die derzeit noch keine kompletten Angaben machen können, gäbe es ein „Einstiegsmodell“ mit lediglich der Angabe des Brennwertes. Bei Kleinstverpackungen reiche diese Angabe auch.
Vorschlag BMELV


Die Leitlinien sollen in einer freiwillige Lösung realisiert werden. In den kommenden drei Jahren stellt sich Minister Seehofer vor, dass drei Viertel aller Lebensmittel diese neue Kennzeichnung tragen. Änderungen durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind möglich.
Der Handel begrüßt die Vorschläge, weil damit die „Ampellösung“ vom Tisch ist.

Kritik
Ende der letzten Woche hatte es bereits Kritik gegeben. Die Alternativmodellstellvertretende Grünen-Fraktionschefin Bärbel Höhn hält die Angaben für unseriös, weil sie bei der Bekämpfung des Übergewichts bei Kindern nicht helfen.
Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband übt Kritik. Freiwilligkeit sei der falsche Weg, um den Konflikt mit der Lebensmittelindustrie zu scheuen. Vorstand Gerd Billen will eine Kennzeichnung, die dem Verbraucher sofort alles signalisiert – die Ampel.
Prozentangaben pro Portion auf den Tagesbedarf bezogen relativiere zudem den wahren Gehalt von Fett und Zucker.

VLE

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