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Kirschen süß und sauer

Ernährung

Kirschenlage nicht schlecht

Brandenburg erwartet in diesem Jahr eine bessere Kirschenernte als im Jahr davor. Nach Einschätzung des Amtes für Statistik Berlin Brandenburg werden etwa 1.200 Tonnen Süß- und 571 Tonnen Sauerkirschen geerntet. Bei den Süßkirschen sind das rund 800 Tonnen mehr als im Vorjahr, aber 200 Tonnen unter dem langjährigen Mittel. Die Sauerkirschenernte erhöht sich um rund 36 Prozent.
In beiden Fällen hat sich die Anbaufläche verringert. Den Obstbauern haben Spätfröste und Hagelschäden in den letzten Jahren zugesetzt.
Das ist in diesem Jahr nicht anders, denn selbst in der Blütezeit haben Spätfröste noch die Ausbildung der Ernte nachhaltig beschädigt. So ist auch in Thüringen die Anbaufläche rückläufig. Die unbefriedigende Marktlage hat die Rodungen der Sauerkirschbäume noch intensiviert. Im langjährigen Mittel gab es in Thüringen noch 534 Hektar Sauerkirschen, heute nur noch 55 Prozent davon.

Modernisierung durch Niederstämme

Bio ist jedoch in diesem Falle auch keine wirkliche Alternative. Die Nachfrage sei zwar hoch, aber der Bedarf wird kaum gedeckt. Das liegt nach Analyse der Forschungsanstalt für biologischen Landbau (FiBL) am schlechten Ruf der Bio-Kirschen unter Obstbauern. Die Früchte sind sehr empfindlich und müssen vor Blattläusen und Kirschfliegen geschützt werden. Während der konventionelle Landbau auf synthetische Mittel zurückgreifen kann, gibt es gegen Kirschenparasiten im Ökobereich weniger Mittel.
In der Schweiz findet ein Wandel statt. Der Bio-Anbau auf Halb- und Hochstämmen sei nicht mehr zeitgemäß. Wer großkalibrige Kirschen für den Handel produzieren wolle, der muss auf moderne Niederstammbäume ausweichen.

Zu viel Regen

Vor allem in Belgien hat die zurückliegende Regenzeit den Frühkirschen erheblichen Schaden zugefügt. Die voll im Saft stehenden Kirschen platzen bei zu viel Regen auf. Nach Angaben des belgischen Fruchthandelsverbandes sind die frühen Sorten bereits verloren. Die machen aber nur zehn Prozent der Gesamternte aus, so dass bei trockenen Wochen die später reifenden Kirschen die Saison noch retten können.
In Frankreich haben die Spätsorten den verzögerten Saisonbeginn aufgeholt und die Vereinigung der Erzeugerorganisationen versprechen dem Handel bis Ende Juli volle Kirschenkisten.

Lesestoff:

Die meisten naschen die Krischen pur. Doch gibt es auch herrliche Rezepte, die den Sommer kirschfrisch genießen lassen

VLE; Foto: roRo

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