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Kühlschränke regelmäßig reinigen

Ernährung

Antibakterielle Beschichtungen sind kein Ersatz

>Die letzte Lagerstätte für Lebensmittel ist zu Hause der Kühlschrank. Er hat Keller und traditionelle Haltbarkeitsverfahren wie das Einkochen abgelöst: Tür auf und Tür zu - einfach und bequem. Es lohnt sich aber, den leise brummenden Gefährten nicht nur unter seinem Energieverbrauch zu betrachten, sondern auch einmal unter hygienischen Gesichtspunkten.

Silberbeschichtung statt Reinigung?
Lebensmittel werden im Kühlschrank aufbewahrt, damit sie länger frisch bleiben. Grundsätzlich gelingt das, weil Temperaturen von unter 7 °C, Bakterien und Schimmelpilze langsamer wachsen lassen. Das hindert sie aber nicht, sich trotzdem zu vermehren, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Verbraucher jetzt hinweist. Manche Mikroorganismen, so genannte Psychrophile, wachsen bei Kühlschranktemperaturen sogar besonders gut. Deshalb müssen die Geräte regelmäßig gereinigt werden. "Daran ändert auch die antibakterielle Beschichtung nichts, mit der immer mehr Produkte angeboten werden", sagte Prof. Dr. Dr. Hensel, Präsident des BfR. Damit widerspricht er den Anbietern, die mit einer Reduktion der Keimbelastung argumentieren. Die Bewertung des BfR zeigt, dass Oberflächenbeschichtungen mit Silberverbindungen keinen zusätzlichen Vorteil beim Schutz vor Keimen bieten. Sie können weder die Reinigung der Geräte, noch die allgemeinen hygienischen Regeln in der Küche ersetzen.

Freigesetzte Silberionen
Für die antimikrobielle Ausrüstung der Kühlschränke werden nach Kenntnis des Instituts in erster Linie Silberverbindungen eingesetzt. Ob deren Konzentration in der Innenverkleidung von Kühlschränken für eine effektive desinfizierende Wirkung ausreicht, stellt nicht nur das BfR in Frage. Auch für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist der positive Einfluss auf Lebensmittel unter Praxisbedingungen nicht belegt. Zudem stellt sich eine weitere Frage: Aus der Beschichtung könnten mehr Silberionen auf die im Kühlschrank gelagerten Lebensmittel übergehen, als aus Sicht des vorbeugenden Gesundheitsschutzes wünschenswert wäre. Um dies zu verhindern hat die EFSA vorgeschlagen, den Übergang von Silber auf Lebensmittel auf 0,05 Milligramm pro Kilogramm zu begrenzen.
Das BfR kommt zu dem Schluss, dass bei Einhaltung dieses Grenzwertes keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher zu erwarten sind. Über positive Auswirkungen gibt es derzeit keine wissenschaftlichen Expertisen.

Der Haushalt ist kein OP
Darüber hinaus hält das BfR grundsätzlich den Einsatz von antibakteriell wirkenden Mitteln im Haushalt für überzogen. Sie könnten den Verbraucher sogar in falsche Sicherheit wiegen. Die Verbesserung des persönlichen Hygieneverhaltens und des hygienischen Umgangs mit Lebensmitteln hat bei der Vermeidung von Lebensmittelinfektionen einen weitaus größeren Nutzen. Herkömmliche Reinigungsverfahren mit Wasser - falls nötig auch mit Fett oder Eiweiß lösenden Mitteln - reichen aus, um Verschmutzungen auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß zu reduzieren.

roRo

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