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„Laktosefreie“ Lebensmittel oft überflüssig

Ernährung

Milchzuckerunverträglichkeit oder Milchallergie?

Etwa 15 bis 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vertragen Milchzucker (Laktose) schlecht. Doch sie müssen nicht völlig auf Milchprodukte verzichten, denn kleine Mengen werden oft toleriert. Als laktosefrei oder laktosearm gekennzeichnete Lebensmittel können eine Alternative sein, sind aber häufig unnötig. Die Berliner Verbraucher Initiative gibt Tipps zur Lebensmittelauswahl.

Die Kennzeichnung „laktosefrei“ oder „laktosearm“ ist nicht gesetzlich definiert. Sie ist auf immer mehr Lebensmitteln zu finden, die ohnehin wenig oder fast gar keinen Milchzucker enthalten, z.B. Käse, Schinken, Salami, Brot, Butter oder Nudeln. “Es kann für Verwirrung sorgen, wenn ein Gouda als laktosefrei bezeichnet wird und ein anderer nicht. Zudem die als laktosefrei oder -arm ausgelobten Produkte oft deutlich teurer als vergleichbare Ware ohne diesen Hinweis sind“, sagt Alexandra Borchard-Becker, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucher Initiative Die meisten Käsesorten sind natürlicherweise arm an Laktose, da Milchzucker beim Reifungsprozess abgebaut wird. Über mehrere Monate gereifte Hartkäsesorten wie Parmesan, Emmentaler oder Bergkäse sind sogar nahezu laktosefrei. Andere Sorten wie Gouda, Edamer, Camembert und Sauermilchkäse haben nur einen sehr geringen Milchzuckergehalt. Hilfreicher ist daher die Angabe „von Natur aus laktosefrei bzw. laktosearm“.

Sauermilchprodukte, z.B. Naturjoghurt oder Buttermilch, enthalten zwar Laktose, sind aber oft in kleinen Mengen verträglich. Die enthaltenen Milchsäurebakterien unterstützen den Abbau von Milchzucker. „Eine echte Hilfe ist laktosefreie Milch. Sie enthält meistens weniger als 0,1 Gramm Laktose in 100 Gramm und kann für das Müsli, im Kaffee, zum Kochen oder Backen verwendet werden“, empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin. Daraus werden laktosefreie Milchprodukte wie Joghurt oder Quark hergestellt. Sie sind gefragt, wenn die herkömmlichen Produkte Beschwerden bereiten. Davon abgesehen, stehen ausreichend Alternativen parat, die natürlicherweise arm an Laktose sind oder bei denen im Herstellungsprozess keine Milchprodukte eingesetzt werden. Von Natur aus milchzuckerfrei sind z.B. Gemüse, Obst, Getreide, Fleisch und Fisch.

Von der Milchzuckerunverträglichkeit abzugrenzen ist die Allergie auf Milcheiweiß. Hier können schon kleinste Mengen an Milchprodukten Beschwerden auslösen und sind strikt zu meiden.

Lesestoff:

Die aktuelle Broschüre „Lebensmittelallergien & Co.“ der Verbraucher Initiative informiert über Hintergründe und sagt, worauf Patienten bei Einkauf und Zubereitung achten sollten. Das 16-seitige Heft kann für 2,00 Euro (zzgl. Versand) unter www.verbraucher.com bestellt oder heruntergeladen werden.

Verbraucher Initiative

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