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Laufen für das Herz

Ernährung

Bewegung für die Blutgefäße

In der letzten Woche tagte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie in Köln. Drei Ergebnisse sind kurz vorgestellt.

Eine Stunde Bewegung für die Blutgefäße
Lediglich eine Stunde Ausdauertraining in der Woche erhöht bereits den Blutfluss in den innen gelegenen Muskelschichten, den so genannten „subendokardialen“ Muskelzonen, des Herzens und hält die Arterienwände geschmeidig, indem es ihre Versteifung vorbeugt. Das verringert das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, trug Marcello Ricardo Markus vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck vor. Zur Versteifung der Blutgefäße tragen Alterungsprozesse oder Risikofaktoren wie Bluthochdruck bei.
Wer Sport treibt bekämpft sein Übergewicht. Denn alleine Übergewicht zu haben, führt schon zu einer verstärkten Zunahme der Wanddicke und Masse in der linken Herzkammer und damit zu einer Beschleunigung des Alterungsprozesses des Herzens. Das hatte Jan Stritzke, ebenfalls aus Schleswig-Holstein, bei Patientenherausgefunden, die einen Body Mass Index von über 25 haben.
Darüber hinaus kommt es durch die zunehmende Volumenbelastung bei adipösen Menschen zu einer problematischen Veränderung der Herzstruktur. Bis zu 13 Prozent aller Fälle von Herzmuskelschwäche lassen sich nach seinen Angaben auf Übergewicht oder die damit verknüpften Folgeerkrankungen zurückführen. Vernünftige Ernährung und körperliche Betätigung sind also auch unter diesem Gesichtspunkt Präventivmaßnahmen.

Gegen das Bauchfett
Bauchfett bezeichnen die Mediziner als „viszerales Fett“. Offenbar spielt dieses eine ursächliche Rolle in der Entstehung von Diabetes und Arteriosklerose, indem es entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzt. Prof. Dr. Nikolaus Marx von der Universität Ulm berichtete auf dem Kölner Kongress: „Die Entzündung gilt als gemeinsame Grundlage für beide Erkrankungen. Sowohl der Typ-2-Diabetes mellitus als auch die Arteriosklerose weisen Zeichen einer systematisch entzündlichen Erkrankung auf. Noch vor dem eigentlichen Auftreten der Erkrankung finden sich erhöhte Spiegel von Entzündungs-Markern im Serum.“
So fanden sich erhöhte Blutplasma-Spiegel der Entzündungsmarker CRP, Serum Amyloid A und Fibinogen bei Patienten mit Insulinresistenz und gestörter Glukosetoleranz, also Vorstufen von Diabetes mellitus Typ 2. Darüber hinaus wirken manche entzündungsfördernde Botenstoffe direkt auf die Gefäßwand und führen unter anderem zur Störung der Funktion der Innenschicht der Blutgefäße, heißt es aus Köln. Das fördert Arteriosklerose.
Neben körperlichen Aktivitäten können auch Glitazone viszerales Fettgewebe verringern. Für andere Substanzen wie Cholesterin-Senker vom Typ der Statine konnten ebenfalls Neuauftreten von Diabetes reduzieren, stellte Prof. Marx fest.

Lesestoff:
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK) sitzt in Düsseldorf und ist mit der Gründung im Jahr 1927 in Bad Nauheim die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa: www.dgk.de

roRo

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