Lebensmittel für Schwangere?

Ernährung

Umfangreiche Materialien beim aid

> Insbesondere Lebensmittelinfektionen sind für Schwangere ein größeres Problem, da auf Grund der abgeschwächten Immunabwehr der Körper empfänglicher für Infektionen wird. Toxoplasmose und Listerien beispielsweise können auch das ungeborene Kind schädigen. Toxoplasmose wird durch Katzenkot übertragen und kann neben der Hauskatze auch über das Tierfutter in die Nahrungskette gelangen. Im Fleisch von Masttieren können die Erreger lebensfähige Dauerformen bilden. Tiefgefrieren, Erhitzen oder die Reifung gepökelten Fleisches tötet die Erreger jedoch ab.
Listerien finden sich praktisch überall und können sich als psychrophile Mikroorganismen sogar noch im Kühlschrank vermehren. Vor dem Verzehr erhitzte Lebensmittel sind allerdings frei von Listerien, da diese gegen Hitze sehr empfindlich sind.

Lebensmitteltabelle für Schwangere
So gibt es natürlich keine speziellen Lebensmittel für Schwangere, doch hat der aid Infodienst unter http://mutterundkind.aid.de/base/01_a2.html eine Tabelle zusammen gestellt, in der die Lebensmittel nach ihrem Gefährdungsgrad aufgelistet sind. So gehören rohes Getreide und Keimlinge eher zu den zu meidenden Nahrungsmitteln, während Brot, Getreideflocken und gegarte Getreideerzeugnisse unbedenklicher sind. Gerade bei der riesigen Käsevielfalt bieten die Tipps eine gute Übersicht, dass Sauermilchkäse wie Harzer Roller oder Weichkäse mit Rotschmiere wie Limburger erst wieder nach der Schwangerschaft genossen werden sollten. Schnittkäse aus pasteurisierter Milch hingegen, wie Butterkäse, Tilsiter oder Brie sind unbedenklicher. Dazu gibt es noch den Tipp, dass die Käserinde immer abgeschnitten werden sollte.

Folsäure
Folsäureunterversorgung der Frauen kann bei Kindern Fehlbildungen des Neuralrohrs hervorrufen, was als ?offener Rücken? oder ?Wasserkopf? bezeichnet wird. Da sich das Neuralrohr in den ersten 22 bis 28 Tagen bildet, entstehen Defekte zu einer Zeit, in der die meisten Schwangerschaften noch unbemerkt sind.
Ute Hoffmann vom aid Infodienst weist darauf hin, dass Folsäure in Lebensmitteln normalerweise nur in sehr geringen Mengen vorhanden ist. Zufuhrempfehlungen von 400 bis 800 Mikrogramm für Schwangere sind daher nur selten zu erreichen. Das Institut für medizinische Informationsbearbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) in München sieht nur 5 Prozent der Frauen ausreichend versorgt. Deshalb raten Ärzte und Ernährungswissenschaftler trotz ausgewogener Ernährung, Folsäure in Tablettenform zu ergänzen. Die Gefahr einer Überdosierung ist entgegen aller Skepsis bislang unbegründet. Das IBE sieht sogar eine Anreicherung von Mehl mit Folsäure als sinnvoll an, wie es die USA, Kanada, Ungarn und China bereits umsetzen. Die Krankheitshäufigkeit von Neuralrohrdefekten ging um 60 Prozent zurück. ?Die Gefahr einer Überdosierung ist entgegen aller Skepsis bislang unbegründet, da unerwünschte Wirkungen selbst bei hohen Dosen nicht beobachtet worden sind?, so Prof. Dr. med. Joerg Hasford vom IBE.

Allerdings gibt es so viele mögliche Mineralstoffe, Spurenelemente oder Vitamine, die der Nahrung zugesetzt werden könnten, dass es den Gegnern solcher Beimischungen wirklich zwanghaft erscheinen mag (s. dazu Jodsalz auf Herd-und-Hof.de vom 09.12.2004). Was sinnvoll ist oder nicht, bleibt oft genug offen.

roRo

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