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Macht Spätkauf dick?

Ernährung

Adipöse Umgebung

Anfang August musste das amerikanische Center for Disease Control and Prevention (CDC) im Bericht für das Jahr 2009 feststellen, dass kein einziger US-Bundesstaat das Ziel erreicht hat, die Quote für Übergewicht auf 15 Prozent zu senken. Für Teresa Quattrin, Leiterin zahlreicher Studien zu Übergewicht an der New Yorker Buffalo Universität kein Wunder. Schon bei den zwei- bis fünfjährigen nehmen 70 Prozent der Kinder mehr Energie zu sich, als die empfohlenen 1.200 Kilokalorien am Tag. Nach Quattrin kann auch gesunde Ernährung falsch sein. Eltern halten es für unbedenklich, wenn ihre Kinder eine ganze Schachtel Erdbeeren essen. Aber angesichts des übergewichtigen Problems zählt jede Kalorie.

Vorbild Eltern
Die Eltern sollen ein gutes Vorbild sein, so Quattrin weiter. Wenn Speisekammer und Kühlschrank mit Junk Food befüllt sind, wachsen Kinder mit dem Verständnis auf, dieses sei normal. Vorbeugung fange bereits mit kleinen Schritten an. Quattrin empfiehlt, Freunde wieder zu Fuß zu besuchen, in größerer Entfernung vom Supermarkt zu parken und wieder Treppen statt Rolltreppen zu nehmen.

Adipöses Umfeld
Das alleine reicht aber nicht. Eine Studie der Buffalo Universität hat einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen Körpermasse von Frauen, Ladenöffnungszeiten und Anzahl von Restaurants in der Wohnumgebung herausgefunden.

Autorin Samina Raja kommt in der Studie „Food Environment, Built Environment and Women´s BMI“ zu drei Ergebnissen: Je größer die Anzahl an Restaurants innerhalb eines Fünf-Minuten-Fußweges ist, desto höher ist der Body Mass Index. Frauen, die mehr Lebensmittelgeschäfte mit normalen Öffnungszeiten haben, wiegen weniger, als Frauen, in deren Umgebung mehr Geschäfte mit langen Öffnungszeiten sind. Und drittens erscheint Raja die Verbindung von Ernährungsumfeld und Städtenutzung zu Übergewicht am stärksten zu sein. So wird eine diverse Raumnutzung, die grundsätzlich zu höheren physischen Aktivitäten herausfordert, zu einer Steigerung des BMI führen, wenn bei der Hauptnutzung Restaurants dominieren.

Lesestoff:
Samina Raja et al., Food Environment, Built Environment, and Women’s BMI: Evidence from Erie County, New York , Journal of Planning Education and Research June 2010 29: 444-460, first published on April 20, 2010 doi:10.1177/0739456X10367804

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