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Margarine oder Butter?

Ernährung

Margarine ist echter Konkurrent für die Butter

Seit Jahresanfang zeichnet sich der preisliche Höhenflug für Butter ab. Auch wenn die Landwirte davon nicht viel haben, weil der Butterpreis nur zum Teil auf den Milchpreis durchschlägt, dürfen sich die Milchbauern dennoch darüber freuen. Auf dem Milchforum 2017  in Berlin führte die Marktexpertin Monika Wohlfahrt die Gründe an [1]. Die Vollfettvariante hat über den Natürlichkeits-Trend wieder mehr Freunde gefunden und mit Mischfetten ist ein neuer, aufstrebender Markt entstanden. Käse und Butter legen seit Monaten zu. Doch das aktuelle Heft Der Stiftung Warentest zeigt, dass die Margarine mittlerweile ein echter Konkurrent für die Butter geworden ist. Jedenfalls zum Teil.

Margarine bei Stiftung Warentest

Zum Braten immer, nicht immer fürs Brot

Fünf Kilo Margarine verzehren die Deutschen pro Jahr. Als gesund gelten pflanzliche Fette, weil sie mehrheitlich ungesättigt sind. Die 19 getesteten Margarinen schnitten aber dennoch nicht nur gut ab, sondern fielen mit „mangelhaft“ auch durch.

Die Tester nahmen Vollfettmargarinen mit 80 Prozent Fett und Streichfette mit 70 bis 75 Prozent unter die Lupe. Die Durchgefallenen rochen auf dem Brot etwas käsig und klebten im Mund.

Gegen den Gesundheitstrend fallen die Vorlieben der Ostdeutschen aus. Stammkäufer setzen vielfach auf Margarinen mit vielen gesättigten Fettsäuren aus Kokos- und Palmfett. Bei der Raffination der Fette fallen Gylcidyl-Ester an, die sich noch im Produkt wiederfinden. Diese Ester können das Erbgut verändern und werden in der Produktion nicht ganz vermieden.  Den höchsten Gehalt fand die Stiftung Warentest beim Anbieter Vandermoortele, dessen Produkt die Note „mangelhaft“ bekam.

Gut kann auch günstig sein

Wie immer hat die Qualität nicht immer etwas mit dem Preis zu tun. Acht Produkte bekamen insgesamt die Testnote „gut“, darunter viele Hersteller, die einen 500-Gramm-Becher für 75 Cent anbieten. Gesund heißt für „Test“: Sie enthalten wenig gesättigte Fettsäuren und viele Omega-3-Fettsäuren. Auf die Fettzusammensetzung bezogen sind alle getesteten Margarinen gesünder als Butter. Überzeugen konnten vor allem Margarinen mit viel Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl.

Aromastoffe

Die Stiftung Warentest hat Probleme mit den zugesetzten Aromastoffen. Ohne diese würden Margarinen „flach“ schmecken. Sechs Produkte beinhalten nach Herstellerangaben „natürliche Aromastoffe“. Zwei Produkte bekamen Punktabzüge, weil die Tester sie als nicht natürlich bewerteten. Bei den anderen vier liegen Hersteller und Warentester im Clinch. Erstere zeigten, wie sie die Aromastoffe gewinnen; letztere hat das aber nicht überzeugt. Ein Gegenbeweis fehlt, die Produkte erhielten aber keine Gesamtnote.

Vitamin D

Der Verkauf von Vitamin D-Präparaten boomt. Der Nutzen ist strittig. Margarinen gehören zu den wenigen Lebensmitteln, denen Vitamin D zugesetzt werden darf. 40 Gramm Streichfett mit Vitamin D kann bereits ein Fünftel der Tagesmenge des knochenstärkenden Vitamins zuführen. Auch bei Vitamin E schlägt Margarine die Butter.

Testleiter Dr. Jochen Wettach: „Margarine ist eine echte Konkurrentin für Butter. Sie enthält für die Gesundheit vorteilhaftere Fette und ist meist viel preiswerter.“ Aber: Die Vollfettvariante liefert mit 100 Gramm 720 Kilokalorien und ist damit genauso energiereich wie Butter.

Lesestoff:

Das aktuelle Heft der Stiftung Warentest ist seit heute im Handel

[1] Interessanter Milchmarkt: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/gegen-den-markt-kommen-sie-auf-dauer-nicht-an.html

Roland Krieg; Foto: Stiftung Warentest

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