Marketing mit gutem Willen

Ernährung

Mr. Fruitness kommt nach Deutschland

Dr. Alessandra Bordoni, Ernährungswissenschaftlerin aus Bologna, gibt während der Fruit Logistica in Berlin die Richtung vor: Kinder müssen die richtige Ernährung bereits früh lernen, damit sie im Erwachsenenalter gesund bleiben und nicht übergewichtig werden. Der Verzehr von Obst und Gemüse ist dabei ein wesentlicher Teil, energiereiche Drinks und Süßigkeiten zu ersetzen. Doch bis auf Griechenland und Italien verzehren die Menschen in Europa zu wenig davon. Kinder geben in Studien vereinzelt sogar an, nie Obst und Gemüse zu verzehren. Vor diesem Hintergrund entstand in Italien Mr. Fruitness, der Supermann im gelben Cape. Da Kinder spielerisch am besten lernen, nimmt Mr. Fruitness die Kinder an die Hand und offeriert über Spiel, Rezepte und Wissen, mehr Obst zu verzehren. „Man muss präventiv etwas unternehmen“, sagte Dr. Bordoni.

In Italien erfolgreich
Staatssekretär Guido Tampieri aus dem römischen Landwirtschaftministerium sieht die Kampagne an italienischen Schulen als erfolgreich an. Sie wurde zusammen mit den drei Ministerien für Landwirtschaft, Bildung und Gesundheit lanciert. Aber er machte auch kenntlich: „Es ist auch ganz klar, dass es hier um Geld geht.“ Obst und Gemüse zu produzieren sein kein Selbstzweck.
Der Supermann soll nach und nach ganz Europa erobern.

Obst und Gemüse aus der Emilia-Romana
Italien und Deutschland habe seit 50 Jahren gute Handelskontakte und Mr. Fruitness1949 kamen die ersten Pfirsiche aus der Emilia-Romana. Für Italien ist Deutschland der mit Abstand wichtigste Partner für Obst und Gemüse. Zwischen 2003 und 2005 gingen 39 Prozent der Exporte über die Alpen zu uns. Frankreich nimmt erst mit einem Handelsanteil von 9 Prozent den zweiten Platz ein. Jährlich fließen so zwischen 500 und 600 Millionen Euro von Deutschland nach Italien.
Paolo Bruni, Präsident der Servicezentrale italienischer Obst- und Gemüsebetriebe (C.S.O.) wusste noch mehr zu beeindrucken: Jede zweite Kiwi in deutschen Supermarktregalen kommt aus Italien. Gleiches gilt für Pfirsiche und Nektarinen. Der Weltmeister des Kiwiexportes lieferte im vergangenen Wirtschaftsjahr 52.987 Tonnen Kiwi. Nach Spanien gingen gut 34.000 t und nach Frankreich etwa 20.000 t Kiwis.
An erster Stelle stehen aber nach wie vor Äpfel und Tafeltrauben. Das soll Mr. Fruitness ändern, denn er hat sich drei spezielle Früchte ausgesucht, die er promoten will: Pfirsiche, Birnen und Kiwi. Zu denen hat Ernst-Ulrich Schassberger, Präsident der Initiative europäischer Köche für eine gesundheitsbewusste Ernährung, viele Rezepte zusammen gestellt.

Zielgruppe Handel
Die Handelsinitiative findet parallel in Österreich, Schweden, Polen und Großbritannien statt. Kofinanziert wird sie durch die EU. Für das Dreijahresprogramm stehen vier Millionen Euro zur Verfügung, die von der Region, den landwirtschaftlichen Betrieben und dem Staat zusammen gestellt werden. Die C.S.O. hat 50 Mitglieder, unter denen sich auch die wichtigsten Produzenten und Handelsfirmen befinden. Luciano Trentini, Hauptgeschäftsführer der C.S.O. gibt einen weltweiten Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro an und sagt zur Kampagne: „Wir brauchen höhere Verkaufszahlen, sonst haben wir das Ziel verfehlt.“ In Deutschland wird es Poster, CDs und weiteres Material in 662 Filialen von Edeka, Netto und Kaufland geben. In Österreich ist es Spar.
Zu Herd-und-Hof.de sagte er, dass nicht in Erzeugergemeinschaften organisierte Bauern durchaus auch ihre finanziellen Positionen finden könnten, um mit Hilfe staatlicher oder europäischer Förderung daran teilzunehmen.

Der Blick in die Zukunft
Die nächsten Jahre werden spannend, denn die EU möchte Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse mehr fördern und die CMA, als Marketingexperte in Deutschland, die zwar Werbung für Milch, aber nicht für Molkerein macht, für Fleisch, aber nicht für einzelne Firmen, und sich wegen der ihr gegenüber geäußerten Kritik neu positionieren muss, hätte hier einen Blick in die Zukunft werfen können?

Mehr Details gibt es unter www.fruitness.eu

roRo

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