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MehrWertKonsum der VZ NRW

Ernährung

Investitionen gegen Lebensmittelverschwendung rechnen sich

Ernährungsstaatssekretär Dr. Heinrich Bottermann hat in dieser Woche die Jugendherberge in Köln-Riehl besucht. Er hat das Küchenteam und die Geschäftsführung in Begleitung von Ulrike Schell getroffen. Schell ist Leiterin der Abteilung Ernährung und Umwelt bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW). Die Jugendherberge nimmt seit Januar an dem Projekt MehrWertKonsum der VZ NRW teil, in dem wertvolle Lebensmittel und die dafür aufgewandten Ressourcen wie Boden, Wasser und Energie im Sinne einer sauberen Umwelt geschützt werden sollen. Für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen hat das Küchenteam der Jugendherberge seit Dezember 2018 alle Abfälle erfasst, die Ursachen benannt und Maßnahmen für die Reduzierung des Abfalls umgesetzt.

„Bildungseinrichtungen sollten für junge Menschen Vorbildfunktion einnehmen, indem sie Klima- und Ressourcenschutz aktiv leben. Auch die Verpflegung darf dazu nicht im Widerspruch stehen“, erklärte Ulrike Schell. „Wir suchen deshalb gezielt die Kooperation mit Trägern, Leitungen, Küchenprofis, Caterern und natürlich den Essensgästen, um praxistaugliche Rezepte zu entwickeln.“

Mit Unterstützung der Verbraucherzentrale konnten die Verantwortlichen leicht nachvollziehen, was und warum die Küche beim Abendessen zu viel produziert hatte. Sie stellten daraufhin die Mengen entsprechend um. Zudem wurden die Portionen der Menüs verkleinert. Am Salatbüfett wird nun häufiger nachgefüllt und bei der Dessert-Auswahl die zweite Pudding-Schüssel erst dann aufgetragen, wenn die erste leer ist. Die Gäste erfahren auf Hinweisschildern von den Zielen der Aktion und davon, dass sie jederzeit einen Nachschlag erhalten können.

Dafür steht das Projekt MehrWertKonsum. In einem zweiten Schritt können sich Einrichtungen an das MehrWert-Team wenden, um Speisepläne und -angebote klimafreundlich zu gestalten, etwa durch die Verwendung eines höheren Anteils von regionalen Lebensmitteln.

Der Beratungsaufwand ist nicht umsonst. Das Bundesland unterstützt die VZ NRW mit Landesmitteln. Zusammen mit EU-Geldern fließen bis September 2021 rund sieben Millionen Euro in das Projekt, an dem alle 13 Jugendherbergen der Landesverbände Rheinland und Westfalen-Lippe teilnehmen sowie 150 Kantinen in Schulen und Kindertagesstätten. „Die Jugendherberge Köln-Riehl geht mit gutem Beispiel bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung voran. Das ist ein wichtiges Signal zum Nachahmen für unser Ziel, Lebensmittelabfälle landesweit in den nächsten zehn Jahren möglichst zu halbieren““, sagte Bottermann.

Sieben Millionen Euro sind viel Geld. Rechnet sich das? Die Jugendherberge Köln-Riehl hat in dem Projekt durch die Maßnahmen rund ein Drittel der Speiseabfälle verringern können. Auf ein Jahr gerechnet sind das in der Vollverpflegung (Frühstück, Mittag- und Abendessen) etwa rund 5.000 Kilogramm Speiseabfälle mit einem Wert von bis zu 9.000 Euro. Nebenbei kann sich auch die Klimaschutzbilanz sehen lassen: Durch die Abfallvermeidung werden bis zu 16 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.

Werden die Zahlen auf alle 163 Einrichtungen hochgerechnet ergeben sich jährliche Einsparungen von 815 Tonnen 1,4 Millionen Euro und 2.608 Tonnen CO2.

Lesestoff:

www.mehrwert.nrw/gemeinschaftsverpflegung 

roRo

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