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Mit den Füßen wippen

Ernährung

Kleine Alltagsbewegungen machen schlank

>Mit den Füßen wippen, bügeln oder beim Telefonieren durch die Wohnung laufen: Jede Bewegung macht schlank. James Levin hat zusammen mit seinen Kollegen von der amerikanischen Mayo Klinik die kleinen Aktivitäten als "Neat" zusammen gefasst und publiziert. "Neat" steht für "non-exercise activity thermogenesis" und beschreibt die Verbrennung von Kalorien durch nicht an Sport gebundene Aktivitäten.

"Homo sedens"
Der Stuhl sei die dämlichste Erfindung des Menschen klagte Sportmediziner Prof. Dr. Wolf-Dietrich Brettschneider von der Universität Paderborn auf dem Gründungskongress "Plattform und Bewegung". Kinder sind nicht faul, sondern treiben durchaus ihren Sport. Aber kaum jemand fährt noch mit dem Rad dorthin, sondern wird von der Mutter gebracht und vom Vater abgeholt: Mit dem Auto. Hier geht Alltagsbewegung verloren, die früher viel intensiver war. Zwei Drittel aller Kinder schaffen trotz Sport keine akkumulierte Stunde Bewegung mehr am Tag. Ausdauertests, Anzahl Rumpfbeugen und Standweitsprung zeigen, dass sich die Fitness der Kinder seit 1975 um 10 Prozent verringert hat. Und das nicht nur bei Kindern.
James Levin hat bei verschiedenen Probanten die kleinsten Bewegungen mit Sensoren gemessen, die jede Minute 120 Daten erfassten. Die Schwergewichtigen saßen dabei 164 Minuten länger auf der Couch als die Schlanken. In der Zeit verbrauchten sie 350 Kalorien weniger - ein Croissant führt rund 400 Kalorien zu.
Die übergewichtigen Probanten wurden dann bei unverändertem Bewegungsschema auf Diät gesetzt und nahmen ab. Die Dünnen durften bei gleicher Bewegung mehr essen und nahmen zu: Also bewegen sich die Dicken nicht weniger, weil sie dick sind, sondern sie sind dick, weil sie sich weniger bewegen. Der Amerikaner rechnet hoch, dass seine dicken Probanten rund 15 Kilogramm in einem Jahr abnehmen könnten, wenn sie sich genauso oft bewegen wie ihre schlanken Mittester.

Treppen steigen hilft
Die Bayern hatten in ihrer zweiten Verzehrsstudie bereits festgestellt, dass der so genannte pysical activity level (PAL) bei 1,75 des Grundumsatzes liegen soll. Männer kommen auf 1,72, Frauen auf 1,68. Das ist zu wenig und führt zu der Forderung, dass die "Steigerung der körperlichen Aktivitäten in der Freizeit" ein gesundheitspolitisches Ziel zur Verringerung von Adipositas und deren Begleiterkrankung werde. Das Kölner Institut für Nachsorge und Prävention hilft mit einer kleinen Übersicht, nicht nur die Wohnung aufgeräumter zu hinterlassen:

Putzen: 65 kcal
Kochen: 42 kcal
Duschen: 68 kcal
Treppen steigen: 135 kcal
Bügeln: 33 kcal

Jeweils für 10 Minuten.

roRo

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