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Morgen ist der "Tag des Kaffees"

Ernährung

Bundesweite Feier zum deutschen Lieblingsgetränk

Seit 2006 wird am letzten Freitag im September der „Tag des Kaffees“ begangen (s. Terminvorschau). Denn mit 148 Liter pro Kopf und Jahr liegt Kaffee noch vor dem Genuss von Wasser und Bier. Der Kaffeetrank ist eng mit dem bekanntesten Inhaltsstoff Koffein verbunden. Ein aromatischer Muntermacher, der nachweislich die Leistungsfähigkeit steigern kann. Vor allem Espresso ist für seine belebende Wirkung bekannt. Doch: Eine Tasse Espresso enthält weniger Koffein als eine Tasse Filterkaffee. „Für den Koffeinkick empfiehlt sich daher eher ein doppelter Espresso“, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes.
Nicht nur die Kaffeepflanze enthält Koffein. Den Wirkstoff zum Schutz vor Fraßfeinden halten auch der Teestrauch, die südamerikanische Schlingpflanze, die Kola-Nuss oder der Mate-Strauch bereit. In mehr als 100 Pflanzen kommt der Stoff vor, den der Hamburger Apotheker und Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge 1820 erstmals aus der Kaffeebohne isoliert hat. Je nach Sorte enthält die Kaffeebohne zwischen 0,8 und 2,5 Prozent Koffein. Rund 100 Jahre später hat der Bremer Kaufmann Ludwig Roselius das erste Verfahren entwickelt, Koffein aus dem Kaffee zu entfernen.

Äthiopien gilt als klassisches „Mokka-Land“. Dem äthiopischen Mokka werden traditionell Gewürze beigemengt. Zumeist handelt es sich um die Kardamompflanze, die einen angenehmen aromatischen Duft besitzt. Ihre Samen enthält ein ätherisches Öl, das dem Kaffee eine würzige, süßlich-scharfe Geschmacksnote verleiht. In Äthiopien sind drei Tassen Kaffe Pflicht: Die erste Tasse ist für den reinen Genuss. Während der zweiten Tasse werden die akuten Probleme besprochen und die dritte Tasse dient schließlich dem allgemeinen Segen der Anwesenden.

Fairer Kaffee
Auf der Kölner Domplatte findet der Weltrekordversuch des fairen Kaffeevergnügens statt.
Zu Beginn des Fairen Handels spielten ökologische Kriterien noch kaum eine Rolle und der Arbeitsschwerpunkt lag bei der Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Sicherung der Grundnahrungsmittel konnte oft nur durch höhere einkommen erzielt werden, den der faire Handel mit einem Aufpreis an die Bauern weitergibt. Heute nimmt die umweltverträgliche Produktionsweise eine immer wichtigere Bedeutung ein.
In den Entwicklungsländern landen rund 70 Prozent der Schädlingsbekämpfungsmittel auf den Exportkulturen wie Kaffee, Tee, Zucker, tropischen Früchten und Baumwolle. In den Groß- und Mittelbetrieben kommt es bei ungelernten Arbeitern immer wieder zu Vergiftungen während der Anwendung. Nach Angaben von FairTrade sind Plantagen- und Landarbeiter in Lateinamerika 13-mal mehr Vergiftungen durch Pestizide ausgesetzt wie nordamerikanische Landarbeiter. Teilweise fehlen Schutzanzüge oder sie werden wegen der Hitze nicht angezogen. Da Kaffee vielfach in Monokultur angebaut wird, haben auftretende Schädlinge keine natürlichen Feinde mehr.
Vor einigen Jahren konnten Wissenschaftler nachweisen, dass durch Anlegen von Wäldern neben Kaffeeplantagen als zusätzliche Bienenweiden den kleinen Kooperativen 60.000 US-Dollar mehr Gewinn einbrachte. So steht der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen bei FairTrade an erster Stelle und zwei Drittel der fair gehandelten Waren tragen auch schon ein Biosiegel.
Der Massenmarkt setzt auf stetige Verbesserung der Standards und gründete vor zwei Jahren die 4C-Initiative in Berlin.

Kaffeemarkt im Wandel
Kaffee ist heute aber schon längst nicht mehr Kaffee wie noch vor ein paar Jahren. Der Verbrauch steigt seit Jahren, doch der Filterkaffee verliert an Marktteilen. Mit 320.000 Tonnen Röstkaffee hat die Branche 2008 etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz erzielt, berechnete vor kurzem noch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Filterkaffee stellt aber nur noch 80 Prozent Marktanteil und hat im letzten Jahr um satte vier Prozent verloren. Gewinner sind Pads und Kapseln, die mit einer Gewinnspanne von 17 Prozent den Händlern das Doppelte einbringen als die traditionell gemahlene Verkaufsvariante.
Nestlé, Kraft und Tchibo verdienen sich mit ihren geschützten Kapselsystemen richtig gut. Die Maschinen sind so konstruiert, dass kein anderer Hersteller die notwendigen Kapseln liefern kann. Deren Preise liegen etwa um das dreifache über den Pads und um das siebenfache höher als der Filterkaffee. Umso revolutionärer ist die Ankündigung von Krüger mit einem eigenen Kaffeesystem nicht nur den patentierten Platzhirschen Paroli bieten zu wollen. Der Vertrieb über den Discount soll das systemkompatible Kaffeetütchen gleich auf ganzer Marktbreite einführen – und sogar noch in der Vorweihnachtszeit. Krüger kommt dann auch mit zwei eigenen Maschinen heraus, in die alle Kaffee- und Milchvarianten der Pads des Herstellers eingesetzt werden können. Nach Branchenschätzungen ist ein hochpreisiger Markt von 20.000 Tonnen aufzuteilen. Die Pads haben 2008 etwa 2.000 Tonnen ausgemacht.

VLE

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